Elterngeld: So viel steht Ihnen während der beruflichen Auszeit zu.

Wie der Staat Müttern und Vätern in den ersten Monaten nach der Geburt finanziell unter die Arme greift.


„Wie sollen wir das nur alles schaffen?“ Es gibt wohl kaum Paare, die sich diese Frage während der Familienplanung nicht hin und wieder stellen. Und, klar, bei vielen geht es dabei auch ums liebe Geld. „Natürlich wollen wir für unser Kind da sein. Aber können wir uns die Auszeit vom Job überhaupt leisten? Wie könnten wir das fehlende Gehalt kompensieren?“ Gerade das Finanzielle kann junge Mütter und Väter schnell vor innerliche Zerreißproben stellen.

Die gute Nachricht ist: Der Staat unterstützt Eltern dabei, die Karriere zum Wohl des Kindes zunächst einmal hinten an zu stellen – mit dem so genannten Elterngeld. Wie genau das funktioniert, lesen Sie hier.

Elterngeld – Was ist das überhaupt?

Lätzchen statt Laptop, Kinderwagen statt Dienstwagen! Gerade in den ersten Monaten möchten Eltern so viel Zeit wie möglich mit ihrem Baby verbringen. Der Job? Kann warten. „Prio A“ hat jetzt das Kind.

Dass sich nach einer Geburt die Prioritäten verschieben können, hat auch das Bundesfamilienministerium erkannt und deshalb mit dem Elterngeld eine sogenannte „Lohnersatzleistung“ eingeführt. Sprich: Das Elterngeld soll den monatlichen Gehaltsausfall für Eltern, die in Elternzeit gehen wollen, ein Stück weit auffangen. Wichtig: Das Elterngeld ist – im Gegensatz zum Kindergeld – speziell für die besonders betreuungsintensive Anfangszeit gedacht und greift daher maximal bis zum 14. Lebensmonat des Kindes. 

Warum bekommen manche 14 und andere nur zwölf Monate Elterngeld?

Mama kümmert sich ums Kind, Papa um die Kohle? Von wegen! Die Erziehung ist heute in vielen Familien Teamwork – und das lohnt sich auch finanziell. Denn 14 Monate Elterngeld bekommen nur jene Paare, bei denen beide eine Auszeit vom Job nehmen. Wird die Elternzeit jedoch nur von einem Elternteil genommen, bekommt man maximal für zwölf Monate Elterngeld. Alleinerziehende erhalten 14 Monate lang Elterngeld, sofern das Kind ausschließlich bei einem Elternteil wohnt. Weitere Detailinformationen zum Anspruch auf Elterngeld (u.a. für Selbstständige) finden Sie auch auf der Website des Bundesfamilienministeriums.

Wie viel Elterngeld kann ich maximal erhalten?

Die Höhe des Elterngeldes orientiert sich am Einkommen der Eltern. Wer seine Erwerbstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbricht, erhält bis zu 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor der Geburt des Kindes durchschnittlich verdienten monatlichen Nettoeinkommens. Der Höchstsatz liegt im Oktober 2016 bei 1800 Euro monatlich, die Mindestgrenze bei 300 Euro. Sie gilt übrigens nicht nur für Geringverdiener, sondern auch für Erwerbslose.

Wurde von der Krankenkasse Mutterschaftsgeld gewährt, wird dieses voll auf das Elterngeld angerechnet. Das heißt: Wer Mutterschaftsgeld bekommt, erhält in der Regel auch weniger Elterngeld. Mehr Infos dazu gibt es bei Finanztip.de.

Kleiner Tipp: Das Elterngeld wird ab der Geburt monatlich ausgezahlt. Wie viel einem konkret zusteht, kann man mit einem Elterngeldrechner herausfinden.

Welche Unterlagen braucht man zur Beantragung von Elterngeld?

Ohne Behörden und Papierkram geht es leider nicht. Zuständig für die Bewilligung von Elterngeld sind die so genannten Elterngeldstellen, die je nach Bundesland auf Landkreis- oder Kommunalebene angesiedelt sind. Kleiner Tipp: Wer den Namen seines Heimatortes zusammen mit dem Stichwort „Elterngeldstelle“ googlet, sollte die zuständige Stelle schnell herausfinden.

Wichtig: Wenn beide Elternteile Elterngeld beantragen, müssen auch beide ihre Hausaufgaben erledigen und Einkommensnachweise, Elternzeitbewilligungen und Ausweiskopien für die Elterngeldstelle heraussuchen.

Tipp: Um Stress zu sparen, kann man schon vor der Geburt so viele Dokumente wie möglich zusammensuchen und den Antrag ausfüllen.

Sollte der ganze Papierkram aber dann doch im allgemeinen Babystress untergehen, kann das Elterngeld natürlich auch später noch beantragt werden. Allerdings wird es rückwirkend nur für die ersten drei Monate gewährt. Heißt: Um auf 14 Monate gesehen die maximale Summe zu bekommen, muss der Antrag spätestens bis zum vierten Lebensmonat des Babys eingereicht werden. Wer also z.B. erst sechs Monate nach der Geburt Elterngeld beantragt, bekommt nur noch ab diesem Zeitpunkt das Geld.

Muss das Elterngeld versteuert werden?

Das Elterngeld ist grundsätzlich steuerfrei. Aber: Die Steuerklasse des erwerbstätigen Elternteils berechnet sich während der Elternzeit aus der Summe seines Einkommens und dem Elterngeld seines Partners. Je nach Einkommenslage könnte der erwerbstätige Elternteil deshalb temporär in eine höhere Steuerklasse rutschen, die Nachzahlungen zur Folge haben könnte. Allerdings würden sich diese Nachzahlungen laut der steuerrechtlichen Regelung nur auf das eigene Einkommen und nicht auf die Summe aus Einkommen und Elterngeld des Partners beziehen. Weitere Informationen zu diesem sogenannten „Progressionsvorbehalt“ finden Sie u.a. auf der Seite des Ratgeberportals Finanztip.

Was ist der Unterschied zwischen Elterngeld und ElterngeldPlus?

Für viele Eltern ist die Arbeit ein fester Bestandteil des Alltags, den sie auch mit Kind nicht aufgeben wollen. Mit dem ElterngeldPlus hat die Regierung eine Regelung für Familien geschaffen, bei der einer oder beide Partner in Teilzeit arbeiten können. Die Anspruchssumme bleibt dieselbe wie beim „normalen“ Elterngeld, jedoch kann die Leistung auf die doppelte Länge des Bezugszeitraums gestreckt werden. Bei der „gedehnten“ Lösung erhalten die Eltern über 24 Monate hinweg das halbe Elterngeld, wenn ein Partner beim Job aussetzt. Übrigens: Ein Muss ist die Teilzeittätigkeit nicht. Man kann das Elterngeld auch einfach auf 24 Monate splitten.

Wenn aber beide Elternteile Elternzeit nehmen und in Teilzeit arbeiten, lässt sich der Bezugszeitraum sogar auf 28 Monate ausweiten. Weitere Informationen befinden sich auf der offiziellen Seite des Bundesfamilienministeriums für ElterngeldPlus.

 


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