Kindergeld: So viel zahlt der Staat für den Nachwuchs.

Wir erklären, wer wie lange Kindergeld beziehen darf.


21.10.2016

Der Pullover, der gestern noch neu war, ist heute schon wieder zu klein. Ganz im Gegenteil zur Fantasie, die so groß ist, dass das Heft für die Schulaufsätze schon wieder vollgeschrieben ist und ein neues her muss. Neu ist auch die Begeisterung für den Fußballverein, der – na klar – Mitgliedsbeiträge verlangt. Machen wir uns nichts vor: Kinder sind ganz sicher das Wunderbarste auf der Welt, aber ganz sicher ist auch, dass sie Mama und Papa mitunter vor finanzielle Herausforderungen stellen. Gut, dass der Staat den Eltern da mit dem Kindergeld ein wenig unter die Arme greift. Worauf es beim Kindergeld ankommt, lesen Sie in diesem Artikel.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Das regelt in Deutschland natürlich ein Paragraf, in diesem Fall Paragraf 62 des Einkommensteuergesetzes. Denn streng juristisch gesehen ist das Kindergeld eine Steuervergütung, die allerdings unabhängig vom Einkommen gezahlt wird. So viel zur Theorie.

Rein praktisch haben alle Eltern, die mit ihren Kindern in Deutschland leben, Anspruch auf Kindergeld. Das schließt in Deutschland lebende Ausländer mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis ein.

Der Staat zahlt Kindergeld für leibliche Kinder und im ersten Grad verwandte Kinder – darunter fallen natürlich auch adoptierte Kinder –, die im Haushalt des Antragstellers leben. Bei getrennt lebenden Eltern wird das Kindergeld in voller Höhe an den Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind lebt. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesfamilienministeriums.

 

Wie viel Kindergeld steht Eltern zu?

Das kommt darauf an, wie groß die Familie ist. Für das erste und zweite Kind gibt es pro Kind monatlich 190 Euro Kindergeld. Beim dritten Kind erhalten die Eltern 196 und beim vierten und jedem weiteren Kind 221 Euro Kindergeld. Wichtig: Diese Summen beziehen sich allesamt auf Kinder, die nach dem 1. Januar 2016 geboren wurden oder werden. Einen umfassenderen Zahlen-Überblick, auch für ältere Kinder, bietet u.a. die Ratgeber-Website kindergeld.org.

Entscheidend für den Beginn der Zahlung ist der Geburtstag des Kindes. Glück gehabt haben also Eltern, deren Kind am 31. eines Monats zur Welt kommt, denn sie erhalten für den gesamten Monat bereits Kindergeld. Grundsätzlich wird das Kindergeld bis zum 18. Geburtstag des Kindes ausgezahlt. Befindet sich der Sohn bzw. die Tochter in einer Ausbildung oder im Studium, wird das Kindergeld – bis zum 25. Lebensjahr – weiterhin bezahlt.

Zuständig für die Abwicklung des Kindergeldes ist die Familienkasse, die zur Agentur für Arbeit gehört. Eltern können selbst entscheiden, auf wessen Konto sie das Geld jeden Monat überweisen soll. Welche Familienkasse vor Ort zuständig ist, erfährt man auch bei kindergeld.org.

Übrigens: Wer seine Steuererklärung ans Finanzamt schickt, könnte anstatt des Kindergeldes den Kinderfreibetrag erhalten – sofern die Ersparnis dadurch höher ist als das den Eltern zustehende Kindergeld. Wie genau die Finanzbeamten das ausrechnen und entscheiden, hat die Website der Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. gut zusammengefasst.

 

Wie läuft das mit dem Antrag beim Kindergeld?

Für den Antrag hat die Bundesagentur für Arbeit eine Liste sowie Downloads zu sämtlichen Anträgen, die ausgefüllt oder eingeschickt werden müssen, auf ihrer Website zusammengestellt. Er muss online ausgefüllt und an die Familienkasse gesendet werden. Zusätzlich muss er aus rechtlichen Gründen allerdings auch ausgedruckt, unterschrieben und per Post an die Familienkasse geschickt werden. Nicht vergessen: In diesem Umschlag dürfen auch die Geburtsurkunde des Kindes sowie die Steueridentifikationsnummern (steht links oben auf dem Einkommenssteuerbescheid) nicht fehlen.

Und wenn man im allgemeinen Trubel doch mal den Überblick verliert und ein Dokument vergisst? Keine Panik, alles kann nachgereicht werden und Kindergeld wird auch rückwirkend bis zu vier Jahre ausgezahlt.

Wichtig: In besonderen Fällen, z.B. wenn das Kind bereits volljährig ist oder eine Behinderung hat, müssen weitere Bescheinigungen angefügt werden. Alle Infos dazu finden Sie im Anhang des jeweiligen Antrags.

 


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