Liebe, Partnerschaft und Papierkram – woran Sie bei der Namensänderung nach der Hochzeit denken müssen.


15.01.2018 

Egal, ob er ihren Namen angenommen hat oder sie seinen – nach der Hochzeit muss die Namensänderung amtlich gemacht werden. Das gilt nicht nur für den Personalausweis, Reisepass oder die Lohnsteuerkarte, sondern auch für die Bank, Krankenkasse & Co. Die Liste ist oft länger, als man denkt.

Neuer Name, neuer Papierkram

Der schönste Tag in Ihrem Leben ist vorbei und Sie blicken mit Freude der gemeinsamen Zukunft entgegen. Ein gemeinsamer Nachname trägt zu Ihrem frischen Eheglück bei und steht auch nach außen für Ihre Zusammengehörigkeit. Allerdings ist das aufgrund der nun anstehenden Behördengänge mit Aufwand verbunden. Am besten, Sie machen sich vorab beglaubigte Kopien Ihrer Heiratsurkunde – denn die werden Sie zur Beweisführung Ihres neuen Familienstandes bei der Beantragung der neuen Papiere brauchen.

Erste Station: Einwohnermeldeamt

Der erste Gang führt in der Regel zum Einwohneranmeldeamt, wo Sie den Personalausweis, Reisepass und die Lohnsteuerkarte erneuern. Und falls Sie vor der Hochzeit bereits gemeinsame Kinder hatten, die nun den gemeinsamen Nachnamen annehmen sollen, wird dort auch der Kinderausweis neu ausgestellt. Die Finanzämter sowie die Renten- und Sozialversicherung erfahren Ihren neuen Namen automatisch durch das Meldeamt. Der Führerschein kann, muss aber nicht zwingend geändert werden. Schließlich gilt er nicht als amtliches Ausweisdokument – er ist aber in Zukunft nur in Verbindung mit dem Personalausweis oder Reisepass gültig.

Weiter geht’s: Autopapiere, Abonnements und der Briefkasten

Anders verhält es sich mit dem Auto. Wenn es auf Ihren Namen läuft, ist es unumgänglich, den Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein aktualisieren zu lassen. Auch Ihre Bank, Krankenkasse und sonstigen Versicherungen sollten Sie möglichst schnell über Ihren neuen Namen informieren, damit alle Geschäfte weiterlaufen und eventuelle Ansprüche geltend gemacht werden können. Bei Ihnen im Büro hat es sich zwar sicher schon vor der Hochzeit herumgesprochen, dennoch will auch die Personalabteilung offiziell über Ihren neuen Namen in Kenntnis gesetzt werden. Genau wie Ihr Vermieter. Falls Sie ein Abonnement haben, Mitglied in einem Verein oder der Stadtbücherei sind, empfiehlt es sich, Ihren neuen Namen dort ebenfalls anzugeben.

Schließlich steht auf Ihrem Klingelschild und Briefkasten – ja, auch daran sollten Sie denken – ein neuer Name und die entsprechende Korrespondenz sollte ankommen. Es macht aber Sinn, mindestens ein halbes Jahr lang den alten und den neuen Namen am Briefkasten stehen zu lassen.

Die Zielgerade: Versicherungen, Kundenkonten und die E-Mail-Adresse

Peu à peu sollten Sie auch alle anderen Verträge und Einträge, die auf Sie laufen, ändern lassen. Dazu gehören sämtliche Versicherungen – wie Haftpflicht-, Lebensversicherung & Co. Aber auch der Kaufvertrag mit Ratenzahlung muss nun unter Ihrem neuen Namen weiterlaufen. Genau wie die Verträge für Ihr Telefon und Handy bis hin zu denen für Gas, Strom oder Wasseranbieter. Denken Sie aber auch an Ihre Kundenkonten bei Versandhäusern wie etwa Amazon, Ebay & Co. Und vergessen Sie nicht die GEZ oder den Telefonbucheintrag im Örtlichen.

Last but not least: Vergessen Sie nicht bei allem Liste-Abhaken auch daran, Ihre E-Mail-Adresse anzupassen.

Wichtige Fristen

Mit der Heiratsurkunde und dem neuen Namen werden sämtliche amtliche Ausweispapiere ungültig. Daher müssen sie alle sofort beantragt werden, sonst begehen Sie tatsächlich eine Ordnungswidrigkeit. Wer Stress vermeiden will, kann übrigens bis zu sechs Wochen vor der Hochzeit einen neuen Personalausweis beantragen. Immerhin braucht es ein paar Wochen, bis Sie diesen in den Händen halten. Welchen Namen Sie nach der Hochzeit tragen wollen, müssen Sie ohnehin mit dem Antrag auf Eheschließung beim Standesamt angeben.

Bei den Banken, Versicherungen etc. gibt es zwar keine Fristen, Sie haben aber unter Umständen keine Ansprüche, solange Ihr neuer Name nicht dokumentiert ist. Daher sollten Sie hier ebenfalls möglichst schnell handeln.

Alles andere können Sie im Prinzip sukzessive erledigen, oft sogar per Telefon oder über Ihren Online-Account. Damit Sie aber niemanden vergessen, ist es sinnvoll, wenn Sie alle Stellen, die Sie informieren sollten, möglichst nacheinander abarbeiten. Hier gibt es übrigens eine Checkliste, die Sie abhaken können: 

Sie haben im Ausland geheiratet?

Einfach abhauen und ganz ohne Bohei im Ausland heiraten. Für viele Paare ist das eine wildromantische Vorstellung. In diesem Fall können Sie die Eheschließung samt Namensänderung ins deutsche Eheregister beantragen. Vorausgesetzt, Ihre Ehe wurde nach den Gesetzen des Staates, in dem Sie sich getraut haben, rechtsgültig geschlossen.

Außerdem muss für den Eintrag ins deutsche Eheregister mindestens einer von Ihnen Deutscher oder einem Deutschen gleichgestellt, also Staatenloser, heimatloser Ausländer oder ausländischer Flüchtling im Sinne des Abkommens über die Rechtstellung von Flüchtlingen sein. Am besten Sie fragen bei Ihrer zuständigen Meldestelle, welche Papiere Sie für die Eintragung benötigen. Neben den Personalausweisen, der übersetzten Heiratsurkunde aus dem Ausland und den Geburtsurkunden von Ihnen beiden, können nämlich noch weitere Papiere erforderlich sein.

Und was kostet das alles?

Keine Änderung erfolgt ohne Gebühren. Daher sollten Sie bei der Planung des Hochzeitsbudgets bereits an die Kosten für die Änderung der Papiere denken. Hier eine Übersicht in aller Kürze:

  • Die Heiratsurkunde samt Bescheinigung der Namenserklärung kostet etwa 10 Euro.
  • Falls Sie beglaubigte Ausdrucke aus dem Geburten- oder Eheregister benötigen, müssen Sie mit ca. 12 Euro pro Stück rechnen.
  • Ein neuer Personalausweis oder Reisepass kostet zwischen 30 und 40 Euro, je nach Gemeinde.
  • Für jedes Kind bezahlen Sie für die Namensänderung ca. 20 Euro.
  • Die Höhe der Gebühren für einen neuen Führerschein liegt zwischen 20 und 40 Euro - auch das ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.
  • Die Beantragung der Namensänderung auf der KfZ-Zulassungsbescheinigung kostet ca. 12 Euro. Wenn Sie sich auch gleich neue Papiere ausstellen lassen, müssen Sie mit ca. 20 Euro rechnen.
  • Welche Gebühren für die Änderung von Versicherungsverträgen, Bankkarten und anderem anfallen, hängt von der jeweiligen Institution ab. Hier sollten Sie sich direkt bei Ihrem Ansprechpartner nach den Kosten erkundigen.
  • Wenn Sie die Ehe im Ausland geschlossen haben, kostet die Eintragung ins deutsche Eheregister ca. 60 Euro.
  • Falls Sie eine Erklärung, Einwilligung oder Zustimmung zur neuen Namensführung aufgrund familienrechtlicher Vorschriften beurkunden oder beglaubigen lassen, müssen Sie mit ca. 20 Euro rechnen.
  • Für die beglaubigte Übersetzung Ihrer ausländischen Heiratsurkunde oder anderer Papiere (etwa Scheidungsurteile, falls einer von Ihnen zuvor schon verheiratet war) fallen jeweils ca. 60 Euro an, je nachdem, welchen beeidigten Übersetzer Sie dafür beauftragen und wie „exotisch“ die Ausgangssprache ist.


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