Steuerersparnis und Freibeträge: finanzielle Vorteile, die die Ehe mit sich bringt.


15.01.2018 

Aus Liebe heiraten: So soll es sein. Umso schöner, wenn der Bund fürs Leben neben dem romantischen Aspekt auch noch finanzielle Vorteile mit sich bringt. So können Sie etwa eine Menge sparen, wenn Sie und Ihr Partner unterschiedlich viel verdienen. Aber auch, wenn Sie Kinder wollen oder hohe Zinseinnahmen haben, kann sich der Schritt vor den Traualtar finanziell positiv auswirken.

 

Ehegattensplitting: Aus Zwei wird Eins

Ab sofort teilen Sie Ihr Leben miteinander und damit auch Ihr Einkommen. Letzteres heißt beim Finanzamt Ehegattensplitting. Sprich, Sie werden als Paar wie eine steuerpflichtige Person behandelt. Wie das geht? Auf einen kurzen Nenner gebracht: Das Einkommen der Ehepartner wird addiert, die Summe dann halbiert – also gesplittet – und für diese Hälfte berechnet der Fiskus die Einkommensteuer. Diese wiederum wird verdoppelt und das Ergebnis ist die Einkommensteuer, die Sie als Ehepaar bezahlen.

Dabei gilt: Je unterschiedlicher Ihre Einkommen sind, desto mehr können Sie durch die gemeinsame Veranlagung sparen. Eine kurze Erklärung zum Ehegattensplitting finden Sie auch hier.

Ehegattensplitting konkret in Zahlen

Nehmen wir an, Janine und Tom Weber verdienen sehr unterschiedlich. Janine verdient 60.000 € im Jahr und Tom 20.000 €. Macht zusammen 80.000 €.

Geteilt durch 2 ergibt 40.000 €. Dies wird als das zu versteuernde Einkommen für die Einkommensteuer der Webers zugrunde gelegt. Das Finanzamt errechnet im Jahr 2017 dafür 5.317,20 € an Einkommensteuer (inklusive Solidaritätszuschlag). Diese wird wiederum verdoppelt – Janine und Tom kommen also letztlich auf eine Einkommensteuer in Höhe von 10.634,40 €. Bei diesem Berechnungsbeispiel wurden Posten, die Sie steuerlich geltend machen können – wie etwa Werbungskosten, Solidaritätszuschlag oder Kirchensteuer – nicht berücksichtigt, da diese individuell sind.

Wäre unser Musterpaar getrennt veranlagt worden, hätte Janine eine Einkommensteuer (inklusive Solidaritätszuschlag) von 11.434,09 € bezahlen müssen und Tom eine Einkommensteuer von 358 € - der Solidaritätszuschlag bei ihm entfällt. Für beide zusammen wären also 11.792,09 € an Steuern angefallen. Durch das Ehegattensplitting haben sie daher 1.157,69 € gespart.

Auf die Steuerklasse kommt es an

Das oben genannte Rechenbeispiel zeigt, die Wahl der richtigen Steuerklasse will gut überlegt sein. Wenn beide Einkommen ungefähr gleich groß sind, wählen beide in der Regel jeweils die Steuerklasse IV. Ansonsten lohnt sich die III/V Kombination: derjenige mit dem höheren Gehalt geht in die Steuerklasse III mit der geringsten prozentualen Belastung vom Bruttolohn, derjenige mit dem niedrigeren in die Steuerklasse V mit der höchsten prozentualen Belastung vom Bruttolohn.

Her mit den Freibeträgen

Der Staat begünstigt Ehepaare. Zum Beispiel mit dem Sparer-Pauschbetrag. Bei Singles liegt dieser bei 801 Euro. Bei Eheleuten verdoppelt sich dieser Betrag und kann je nach Bedarf aufgeteilt werden. Hat ein Partner in Kapitalanlagen investiert, kann er den Freibetrag des Partners nutzen und jährlich 1.602,00 € an Zinsen, Dividenden etc. einnehmen, ohne dass dafür Steuern anfallen.

Was sich liebt, beschenkt sich. Wenn es um Bares geht, können Sie Ihrem Liebsten derzeit vor der Ehe nur bis zu 20.000 € schenken, ohne dass dafür Schenkungssteuer erhoben wird. Nach der Ehe sind es aktuell 500.000 €. Dieselben Beträge gelten übrigens auch für Erbschaften. Auch hier erlaubt der Fiskus momentan 500.000 € in barer Münze steuerfrei.

Mehr Elterngeld – geht doch

Die Eheschließung ist oft der erste Schritt zur Familiengründung. Diese fördert der Staat ebenfalls, und zwar mit dem Elterngeld. Wobei auch Mamas und Papas ohne Trauschein Anspruch auf Elterngeld haben. Nicht nur Verheiratete. Diese Lohnersatzleistung berechnet sich nach dem Nettogehalt. Durch Ihre Steuerklasse können Sie deren Höhe also durchaus beeinflussen. Damit das auch klappt, müssen Sie allerdings spätestens sieben Monate vor der Geburt Ihres Kindes die Steuerklasse gewechselt haben, wenn Sie mehr Elterngeld bekommen möchten.

Versicherungen – im Doppel günstiger

In guten wie in schlechten Zeiten. Das gilt auch für die Krankenversicherung. Denn als Ehepaar können Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung auf die Familienversicherung wechseln. Das bedeutet, dass nur noch einer von Ihnen Beiträge zahlt. Der andere ist von der Zahlung befreit – sofern er bestimmte Bedingungen erfüllt. Zum Beispiel, wenn er über ein eher geringes Einkommen verfügt. Und er darf auch nicht als Beamter, Höherverdienender oder Selbstständiger von der Versicherungspflicht befreit sein. Das gilt übrigens auch für die Pflegeversicherung. Und wenn später einmal Kinder da sind, können diese über die Familienversicherung ebenfalls kostenlos mitversichert werden. Sollten Sie privat krankenversichert sein, geht dies leider nicht.

Auch bei Ihrer Auto-, Haftpflicht- oder Hausratversicherung können Sie – je nach Anbieter – zwei separate Versicherungen auf eine gemeinsame umschreiben lassen und fahren so deutlich günstiger, als mit zwei Single-Tarifen.

Jetzt aber los

Spätestens jetzt haben Sie erkannt, dass Ihnen Ihr Ja-Wort auch finanziell erfreuliche Effekte beschert. Fragt sich nur, ab wann. Der Splitting-Vorteil etwa gilt rückwirkend für das ganze Jahr. Wenn Sie also am 31. Dezember heiraten, behandelt Sie der Fiskus so, als wären Sie bereits seit dem 1. Januar ein Ehepaar. Nicht ohne Grund geben sich im Dezember vergleichsweise viele Paare das Ja-Wort.

Wenn Sie dagegen die Steuerklasse wechseln, klappt das mit dem Sparen erst einen Monat nach Ihrem Antrag.


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