Börse: Diese Kosten sollte man einplanen.

Ein schneller Überblick über Depotgebühren, Transaktionskosten und Abgeltungssteuer.


Wer an der Börse investiert, muss mit permanenten Kursschwankungen rechnen. Was darüber hinaus bedacht werden muss: In jedem Fall werden Gebühren, ab einem gewissen Gewinn auch Steuern, anfallen. Wie hoch diese Kosten sind, hängt von der Art der Investition ab. Damit Ihnen beim Debüt an der Börse deshalb nicht gleich schwindelig wird, haben wir mithilfe unseres Kollegen Alexander, der als Wertpapierberater bei der Volkswagen Bank arbeitet, diesen Kostenüberblick samt Spar-Tipps zusammengestellt.

Was Sie sonst noch rund um Das Thema „Börse“ wissen müssen, erfahren Sie in drei weiteren Artikeln. Wir erklären, welche Grundlagen Sie für Ihre Börsengeschäfte schaffen müssen, stellen Ihnen die gängigsten Produkte (Aktien, Fonds und Anleihen) vor und klären, was es mit den viel diskutierten Indexfonds – auch EFTs genannt – auf sich hat.

Depotgebühren: Was ist das und kann man hier sparen?

Egal, was genau man vorhat: Um an der Börse aktiv mitzumischen, braucht man ein Depot. Dort werden die erworbenen Wertpapiere, wie bereits in diesem Artikel erklärt, in digitaler Form gesammelt aufbewahrt. Die Kosten für dieses Depot, die sogenannten Depotführungsgebühren, können von Bank zu Bank sehr unterschiedlich sein und genau darin liegt das Sparpotenzial. Es gibt sowohl Banken, die pro Jahr einige Hundert Euro und mehr für ein Depot verlangen, als auch Banken, die ein Depot kostenlos anbieten. Der Vergleich kann sich also lohnen. Übrigens: Der Depotwechsel von einer Bank zu einer anderen ist in der Regel recht unkompliziert. Der Kunde muss lediglich ein Formular mit seinen persönlichen Daten ausfüllen und die Depotnummer seiner bisherigen Bank parat haben. Die Depotnummer findet man im Online-Banking-Portal. Den konkreten Umzug – sprich: die Überführung sämtlicher Wertpapiere von einem ins andere Depot – regeln dann die Banken untereinander.

Transaktionskosten: Was gibt es hier zu beachten?

Eine Börsenweisheit lautet: „Hin und her macht Taschen leer.“ Dahinter steckt eine ganz einfache Logik: Für jeden Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers werden Ordergebühren fällig. Sie sind quasi die Provision, die die Bank dafür bekommt, dass sie für den Anleger ein Wertpapier kauft. Und je häufiger man kauft und verkauft, desto mehr solcher Gebühren fallen zwangsläufig an. Einfaches Beispiel: Wer heute eine Aktie für einen Euro kauft und sie morgen für vier Euro gleich wiederverkauft, freut sich nur kurz über den vermeintlichen Gewinn. Denn gleich zweimal wird die Bank hier automatisch Ordergebühren abbuchen. Wie die Gebühren im Detail ausfallen, lesen Sie tagesaktuell auf der Website der Volkswagen Bank.  

Zwischenfazit: Wer also Wertpapiere verkaufen möchte, sollte nicht nur mit den reinen Kursgewinnen rechnen, sondern auch die Ordergebühren einkalkulieren.

Ein Posten, der in der Regel nur mit wenigen Euro ins Gewicht fällt, aber dennoch nicht ignoriert werden sollte, ist die Gebühr für den Börsenplatz. Hintergrund: Aktien können an verschiedenen Orten, sogenannten Handelsplätzen, ge- und verkauft werden. In Deutschland gibt es zum Beispiel das von der Deutschen Börse betriebene elektronische Handelssystem Xetra, aber auch lokale Börsen wie in Frankfurt oder Hannover. Dort arbeiten „echte Menschen“, Broker, und nehmen Kauf- und Verkaufsorders entgegen.

Welcher Handelsplatz der günstigste ist, lässt sich pauschal nicht sagen und sollte vor jedem Kauf verglichen werden. Nahezu in Echtzeit können Sie in der Regel ihre Transaktionen online über das Portal Ihrer Bank, bei der das Depot liegt, tätigen. In jedem Fall werden die Börsenplatzgebühren sofort mit dem Kauf oder Verkauf abgebucht.

Wertpapiere und Steuern: Wie läuft das mit dem Freibetrag?

Gleich vorab: Bei jedem Gewinn an der Börse freut sich nicht nur der Anleger, sondern auch Vater Staat. Denn erfolgreiche Wertpapiergeschäfte gelten als Kapitalerträge und diese unterliegen in Deutschland pauschal der Abgeltungssteuer von 25 Prozent. Hinzu kommen noch der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer. Die Abgeltungssteuer wird von den Banken direkt an das Finanzamt abgeführt, sobald ein Gewinn erwirtschaftet wurde.

Dabei muss Folgendes beachtet werden: Jeder Anleger hat in Deutschland einen gewissen Freibetrag, den „Sparer-Pauschbetrag“, der nicht versteuert werden muss. Heißt: Wer pro Jahr weniger als 801 Euro (Ehepaare: 1602 Euro) durch Geldanlagen erwirtschaftet, muss diese nicht versteuern. Eingerechnet werden hierbei jedoch nicht nur Börsengewinne, sondern auch mögliche Zinserträge aus Spar- und Tagesgeldkonten. Weitere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Steuerberater.


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Ihr Debüt an der Börse – Christoph Krachten bei „Eigentlich einfach“

Sie möchten gern an der Börse investieren, haben aber nur wenig Kenntnisse von Aktien, Fonds und Co.? Erste Grundlagen, um an der Börse (durch) zu starten, geben Ihnen unsere Expertin Denise und YouTuber Christoph Krachten.

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