Muss ich als Azubi schon über Geldanlage nachdenken?

1,4 Millionen junge Menschen lernen in Deutschland einen Ausbildungsberuf. Wir geben Antworten auf ihre Fragen.


Mai 2015

Sie beraten ihre Kunden in Klamottenfragen, wühlen sich durch Firmenbücher oder rüsten Autos mit neuer Technik auf: Deutschlands Auszubildende. Egal, welcher Profession sie nachgehen, ein Gefühl eint alle Azubis: der Stolz auf das erste eigene Einkommen auf dem Konto. Gleichzeitig gehören aber auch bis dato nicht gekannte Pflichten zum Einstieg ins Berufsleben.

Am Anfang steht die Qual der Wahl. „Wer eine Ausbildung beginnen möchte, kann sich bei den Berufsorientierungstagen der Schule oder Schülermessen über Berufe und Betriebe informieren“, sagt Cecilia Demann, Ausbilderin bei Volkswagen Financial Services. „Arbeitsamt und Literatur können ebenfalls helfen.“ Die wichtigsten Berater beim Thema Berufsorientierung sind laut Statistiken jedoch immer noch die Eltern.

In welche Berufe zieht es junge Menschen heute? Besonders beliebt sind die Ausbildungen zum Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechatroniker, Büro- oder Industriekaufmann. Wer vor der Ausbildung sein Abi gemacht hat, wählt häufig einen kaufmännischen Beruf. Realschüler gehen oft in die Gastronomie und Hauptschüler entscheiden sich überwiegend für eine berufliche Zukunft im Einzelhandel.

... der Auszubildenden haben Abitur.
Quelle: azubi.report 2014

 

Ein sicherer Arbeitsplatz ist den Azubis im Leben wichtiger als sozialer Aufstieg.
Quelle: Allensbacher Archiv

 

Knapp 87 Prozent der Azubis sind laut dem azubi.report 2014 mit ihrer Ausbildung zufrieden. Bemerkenswert: Laut dem Allensbacher Archiv sind nette Kollegen (56 Prozent) für die meisten wichtiger als etwaige Karrierechancen.

Rechte und Pflichten sind im Ausbildungsvertrag geregelt

Was die Azubis in ihrer Ausbildung erwartet, steht im Ausbildungsvertrag. „Diesen sollte man ganz genau lesen“, rät Ausbilderin Demann: „Beim Vertrag sollten die Azubis darauf achten, ob es ein Mustervertrag von der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist. Wenn nicht, sollten sie ihn von einem Anwalt prüfen lassen.“ Wichtig sei auch, dass sich die Azubis mit dem Unterschied zwischen brutto und netto beschäftigen. Die Vergütung inklusive Sozialabgaben ist ebenso wie die Dauer der Ausbildung, Anzahl der Urlaubstage und andere Rahmenbedingungen im Vertrag geregelt.

Im Schnitt verdienen Azubis, die nach Tarif bezahlt werden, laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung in Westdeutschland 802 Euro und im Osten 737 Euro pro Monat. Über 60 Prozent erhalten laut dem azubi.report 2014 zusätzlich finanzielle Unterstützung, zum Beispiel aus der Familie.

 

Wie viel Geld ein Azubi verdient, hängt stark von seiner Berufswahl ab. Die angegebenen Werte sind Mittelwerte aus den durchschnittlichen Azubigehältern in Ost und West.
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung

 

Unabhängig durchs eigene Konto

Azubis brauchen spätestens beim Start ihrer Ausbildung ein eigenes Konto. Damit sie unterwegs checken können, ob der Chef das Gehalt überwiesen hat, gibt es natürlich auch dafür die entsprechende App. Übrigens: 63 Prozent aller 14- bis 17-Jährigen besitzen ein Girokonto. Bei den Volljährigen sind es sogar 93 Prozent.

Jetzt schon an später denken

Das Girokonto allein ist jedoch nicht genug, denn früher oder später werden größere Investitionen (z.B. ein Auto oder auch die Kosten für die Meisterprüfung) ins Haus stehen. „Es lohnt sich auch für Azubis schon, über Geldanlage nachzudenken und kleine Beträge beiseite zu legen“, rät Ausbilderin Demann von Volkswagen Financial Services.

Schutz vor finanzieller Not

Immerhin die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen macht sich Sorgen, schwer krank zu werden. Zumindest die Angst vor finanziellen Nöten im Krankheitsfall kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung mildern. Und welche Versicherungen brauchen Azubis außerdem? „Auf jeden Fall eine Kranken- und, wenn sie allein wohnen, eine Hausratsversicherung. Wer über 25 Jahre alt ist und nicht mehr zu Hause wohnt, sollte eine Privathaftpflicht abschließen“, sagt Demann.

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