Die Babyboomer sind die Chefs von heute

Solvent und im besten Alter – was die größte deutsche Generation ausmacht


Sie sind zwischen dem Ende der Besetzung der Bundesrepublik und Neil Armstrongs Mondlandung geboren? Mauerbau, Vietnamkrieg und Beatles sind Teil Ihrer Kindheit und Jugend? Dann sind Sie ein Babyboomer und gehören somit zur zahlenmäßig größten Generation in Deutschland. Zwischen 1955 und 1969 wurden rund zehn Millionen Kinder geboren – das Allzeithoch wurde 1964 mit fast 1,4 Millionen Geburten erreicht.

Diese Kinder sind heute erwachsen. Sie erlebten die bunte Zeit des Wirtschaftswunders mit Konsum und Vollbeschäftigung. Heute gestalten sie die Wirtschaft selbst: Knapp die Hälfte aller Chefsessel in Deutschland wird von einem Vertreter der geburtenstärksten Generation besetzt.

... der Geschäftsführer in Deutschland gehören zur Generation der Babyboomer.
Quelle: Bürgel

 

... haben 45- bis 55-Jährige im Schnitt monatlich zur Verfügung.
Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Rund 80 Prozent der Babyboomer sind berufstätig

Die Spitzenpositionen im Job zeigen sich auch auf dem Konto: 45- bis 55-Jährige haben laut dem Statistischen Bundesamt das höchste Haushaltsbruttoeinkommen aller Altersgruppen. Doch auch wer kein Geschäftsführer oder Firmengründer ist, sitzt nicht untätig zu Hause. Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiten über 80 Prozent der Männer dieser Alterssparte. Bei den Frauen sind es fast genauso viele. Denn: Gleichberechtigung ist ein zentrales Thema dieser Generation.

Die Vielzahl an Erwerbstätigen zeigt ihre Spuren in den Familien dieser Kohorte. Anders als ihre Elterngeneration haben Vertreter dieses Jahrgangs im Schnitt ein bis zwei Kinder. Die Mütter der Babyboomer bekamen durchschnittlich 2,5. So ist ihre Kindergeneration ein Drittel kleiner als ihre eigene Altersgruppe. Was die Ehe angeht, sind die Babyboomer traditionell: Etwa zwei von dreien sind laut dem Deutschen Zentrum für Altersfragen verheiratet. 22 Prozent sind ledig, der Rest ist geschieden (15 Prozent) oder verwitwet (ein Prozent).

Laut der Betriebswirtin Jutta Oertel sind typische Babyboomer Wunschkinder, die es gewöhnt sind, „Dinge in Gruppen zu tun und sich mit anderen zu vergleichen“. Ein spezifisches Merkmal ist der Blick auf die Lebensqualität: Diese ist den Babyboomern wichtiger als allen anderen Generationen. Da verwundert es kaum, dass die 45- bis 55-Jährigen im Schnitt 263 Euro im Monat in ihre Freizeitgestaltung investieren.


Mehr Geld fürs Auto

Und was gehört zur Lebensqualität dazu? Ein fahrbarer Untersatz, um schnell von A nach B zu kommen. Die Kosten fürs Wohnen außer Acht gelassen, investieren die 45- bis 55-Jährigen das meiste Geld in ihre Mobilität. Laut dem Statistischen Bundesamt geben sie monatlich im Schnitt 115 Euro für die Finanzierung eines PKWs aus – mehr als alle anderen Altersgruppen.

... der Pkw-Halter in Deutschland gehört zur Babyboomer-Generation.
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

 


Rund 50.000 Euro investiert ein Uni-Absolvent im Schnitt in seine Studienzeit – oft kommen dafür die Eltern auf.
Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Sparen für den Nachwuchs

Doch nicht nur das Auto ist ein monatlicher Posten auf dem Konto. Auch der Nachwuchs wünscht sich einen Führerschein, ein Auto oder er studiert und braucht allerlei Dinge für die erste eigene Wohnung. Viele wünschen sich nach dem Schulabschluss eine große Reise, bevor sie in die Arbeitswelt eintreten. Um ihren Sprösslingen bei all den großen und kleinen Wünschen unter die Arme zu greifen, legen viele Eltern über einen längeren Zeitraum ein finanzielles Polster an.


Komfortabel und flexibel auf Reisen

Ist das Kind versorgt und der Stellvertreter im Job eingearbeitet, ist es für den Chef an der Zeit, sich zu entspannen. Über 73 Prozent der 46- bis 55-Jährigen verbringen ihren Urlaub laut einer Studie von Tomorrow Focus Media am liebsten am Meer. Knapp 39 Prozent legen Wert auf gehobenen Komfort, etwa sechs Prozent wünschen sich Luxus pur.

.... der 46- bis 55-Jährigen verreisen im Schnitt zwei Mal pro Jahr.
Quelle: Tomorrow Focus Media

 

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