Börse für Einsteiger:
Was man in jedem Fall braucht.

Was ist ein Depot und wie funktioniert ein Verrechnungskonto? Unser Überblick fürs Debüt auf dem Börsenparkett.


Wohin mit dem Geld im Zeitalter der Niedrigzinsen? Weil Konten oder Lebensversicherungen kaum noch Renditen abwerfen, sind wir zum Umdenken gezwungen – zumindest, wenn wir unser Geld vermehren möchten. Eine Möglichkeit könnten Investitionen an der Börse sein, die sowohl höhere Chancen, aber auch höhere Risiken im Vergleich zu den klassischen Anlageprodukten bergen. Doch bevor es ans Investieren geht, müssen Sie die grundlegenden Bedingungen schaffen, um an der Börse mitmischen zu können. Wie das geht, hat uns unsere Kollegin Denise erzählt, die als Wertpapierberaterin bei der Volkswagen Bank arbeitet. Doch welche Produkte können Sie eigentlich an der Börse kaufen? Diese Infos haben wir in einem weiteren Artikel über Aktien, Anleihen und Fonds zusammengestellt. Auch den viel diskutierten Indexfonds, den sogenannten ETFs, haben wir einen Artikel gewidmet. Außerdem haben wir Ihnen die Kosten, mit denen Sie im Rahmen von Börsengeschäften rechnen müssen, zusammengefasst.  

Depot und Verrechnungskonto – das benötigen Sie, um an die Börse zu gehen!

Die Börse kann man sich im Prinzip wie einen Markt vorstellen. Und jeder, der samstags auf den Wochenmarkt geht, hat für gewöhnlich zwei Dinge dabei: einen Einkaufskorb und ein Portemonnaie. Im übertragenen Sinne benötigen Sie dies auch, um an der Börse zu investieren. Das Verrechnungskonto ist gewissermaßen das Portemonnaie des Anlegers. Hier wird das Geld verwahrt, mit dem man Börsenprodukte wie zum Beispiel Aktien, Anleihen oder Fonds erwerben kann. Mehr Informationen zu den Produkten finden Sie in diesem Artikel. Das Depot ist demzufolge der virtuelle Einkaufskorb, in dem die Einkäufe, also zum Beispiel Aktien, liegen. Heißt: Möchte man an der Börse Geld investieren, muss man als Erstes ein Depot und ein Verrechnungskonto bei einer Bank eröffnen.

Wie funktioniert das Verrechnungskonto?

Ist das Verrechnungskonto, also Ihr „Portemonnaie“, eröffnet, muss es gefüllt werden. Nur so können Börsenprodukte gekauft werden. Zunächst müssen Sie also Guthaben auf dieses Konto überweisen. Dafür geben Sie bei der Eröffnung ein sogenanntes Referenzkonto an – in der Regel ein Girokonto –, von dem das Geld auf das Verrechnungskonto gebucht werden kann. Dieses kann bei der gleichen Bank wie das Verrechnungskonto angelegt sein, muss es aber nicht unbedingt. Wenn man Wertpapiere, die man an der Börse erwerben kann, kauft, wird das Verrechnungskonto mit der entsprechenden Summe belastet. Werden Wertpapiere wieder verkauft, erfolgt auch die Gutschrift des entsprechenden Betrages auf das Verrechnungskonto. Auch die möglichen Gewinne, die Sie an der Börse erwirtschaften können, werden dann dem Verrechnungskonto gutgeschrieben.

Gut zu wissen: Natürlich kann man jederzeit über das Guthaben auf dem Konto verfügen. Allerdings ist das Verrechnungskonto dem Börsengeschäft vorbehalten. Heißt: Man kann es nicht als „normales“ Girokonto nutzen, zum Beispiel, um Überweisungen an Dritte zu tätigen. Bevor man also auf sein Geld zugreifen kann, muss man es auf das Referenzkonto umbuchen. Übrigens: Um Wertpapiere kaufen zu können, muss das Verrechnungskonto gedeckt sein. Das heißt, es muss ein Guthaben auf dem Konto sein. Es ist nicht möglich, mit diesem Konto ins Minus zu gehen. Wer beispielsweise 50 Euro auf dem Verrechnungskonto hat, kann keine Aktie für 51 Euro kaufen.

Wie funktioniert das Depot?

Das Depot ist also die digitale „Börsen-Einkaufstasche“, in der die Produkte, die man erworben hat, aufbewahrt werden. Bevor man ein Depot eröffnet, möchte die Bank wissen, ob man bereits Erfahrung an der Börse gemacht hat. Keine Angst: Sie müssen dafür keinen Test wie in der Schule absolvieren. Bei der Eröffnung eines Depots bekommen Sie ein Formular zugesandt, in dem Sie Ihre bisherigen Börsentätigkeiten eintragen. Sollten Sie noch zusätzliche Beratung benötigen oder wollen, wird Ihr Bankberater Sie ausreichend informieren. Die Bank möchte lediglich verhindern, dass Sie Investitionen an der Börse tätigen, ohne sich des Risikos bewusst zu sein.

Muss ich für Verrechnungskonto und Depot Gebühren zahlen?

Ob und wie viel das Depot und das Verrechnungskonto kosten, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. In manchen Fällen bieten Banken ihren Kunden das Depot und das dazugehörige Verrechnungskonto kostenfrei an, wenn Sie zum Beispiel bereits ein Girokonto bei der Bank führen oder regelmäßig gewisse Beträge investieren. Übrigens: Jede Order, also jedes Mal, wenn man etwas kauft oder verkauft, kostet Gebühren. Wie sich diese zusammensetzen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie viel Geld sollte man an der Börse anlegen?

Wie viel Geld man an der Börse investiert, hängt von den individuellen finanziellen Möglichkeiten ab. Grundsätzlich gilt: Investieren Sie nur Geld, auf das Sie im Fall des Falles zu 100 Prozent verzichten könnten. Und denken Sie bitte daran: Man sollte immer einen „Notgroschen“ in Höhe von mindestens zwei Nettomonatsgehältern in petto haben. Und: eine Investition an der Börse sollte lauf lange Sicht geplant sein. Ein empfehlenswerter Richtwert: drei bis fünf Jahre. Um das Risiko, das eine Investition an der Börse mit sich bringt, besser einschätzen zu können, muss man sich im Vorfeld unbedingt informieren. Erste Orientierungshilfen bietet zum Beispiel unser YouTube-Video „Dein Debüt an der Börse“. Übrigens: Unter Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters kann ein Depot auch für Minderjährige eröffnet werden. Vielleicht eine gute Möglichkeit, um für seine Kinder oder Enkelkinder langfristig Geld – zum Beispiel für Ausbildung oder Führerschein – anzulegen.

Langfristig sparen oder einmalig investieren: Wie genau lege ich mein Geld an der Börse an?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Geld an der Börse zu investieren: entweder durch eine einmalige Anlage oder im Rahmen eines Sparplans. Bei der Einmalanlage investiert man einmalig die Summe X in ein Börsenprodukt. Bei dem Sparplan legt man eine Summe fest, die jeden Monat per Dauerauftrag vom Girokonto auf das Verrechnungskonto überwiesen wird. Und davon werden dann zum Beispiel Aktien oder Fonds-Anteile gekauft.


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Ihr Debüt an der Börse – Christoph Krachten bei „Eigentlich einfach“

Sie möchten gern an der Börse investieren, haben aber nur wenig Kenntnisse von Aktien, Fonds und Co.? Erste Grundlagen, um an der Börse (durch) zu starten, geben Ihnen unsere Expertin Denise und YouTuber Christoph Krachten.

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