Über das Auf und Ab in der Börsen-Liga

Was es mit DAX, Dow Jones, Nikkei und Co. auf sich hat.


10.03.2017

Wer schon einmal die Börsen-Nachrichten im Fernsehen verfolgt hat, kennt diese für manch einen zum Teil kryptischen Begriffe, die von Moderatoren in schicken Anzügen auf dem Börsenparkett verkündet und bewertet werden. Bei den Bezeichnungen handelt es sich um die sogenannten Börsen-Indizes, die jeweils einen bestimmten Aktienmarkt abbilden – zum Beispiel einer Branche, einer Region oder der größten nationalen Unternehmen, die an der Börse gelistet sind. Was diese Indizes genau aussagen und welche Informationen Sie als Anleger aus diesen Werten ziehen können, erklären wir im folgenden Artikel – unter anderem am Beispiel des DAX.

Was sind eigentlich Börsen-Indizes?

Ein Stimmungsbarometer für einzelne Volkswirtschaften, bestimmte Wirtschaftsbereiche oder Branchen: Das ist wohl die einfachste Definition, wenn man die Aufgabe eines Aktien-Index beschreiben will. Für uns Deutsche ist in der Regel der Deutsche Aktien Index, kurz: DAX, das greifbarste Beispiel. Der Index bildet einen gemeinsamen Kursverlauf der 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands ab. Was in diesem Fall „groß“ bedeutet, wird weiter unten noch einmal genauer definiert. Wenn nun der DAX, der die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland vereint, sinkt, kann das als ein möglicher Indikator dafür gesehen werden, dass die deutsche Wirtschaft schwächelt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Ein Anstieg der DAX-Kurve kann als wirtschaftlicher Aufschwung der Volkswirtschaft gewertet werden. Aber natürlich lassen sich allein durch Börsenindizies keine verbindlichen Rückschlüsse auf die volkswirtschaftliche Lage eines Landes ziehen.

 

Welche Börsen-Indizes gibt es?

Sie haben die verrücktesten Namen, es gibt sie in jeder wirtschaftlichen Größenordnung und sie gehören ins feste Vokabular jedes Börsenhändlers: Zahlreiche Börsen und Gesellschaften auf der ganzen Welt berechnen Indizes, die als Orientierung in der Finanzwelt dienen. Zum Teil haben sie Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft, andere spielen nur regional eine Rolle. Nahezu jede Nation hat einen wirtschaftlichen Leitindex, vergleichbar mit dem DAX oder dem Dow Jones in den USA. Einige Nationen haben auch so etwas wie eine „zweite Liga“. In Deutschland ist das der MDAX, wobei das „M“ für „Mid-Cap“ steht und mittelgroße, deutsche Unternehmen in einem Index vereint.

Es gibt aber auch Indizes, die nach Branchen aufgestellt sind: So versammelt der TecDAX die 30 wichtigsten deutschen Technologie-Unternehmen, das amerikanische Pendant dazu ist der Nasdaq 100, in dem 100 Unternehmen aus dem Technologie-Sektor gelistet sind. Weitere bekannte Indizes sind darüber hinaus der Nikkei 225, Asiens wohl bekanntester Aktienindex, der die 225 wichtigsten japanischen Unternehmen vereint, und der Euro STOXX 50, der 50 große börsennotierte Unternehmen der Eurozone beinhaltet. Geführt werden diese Indizes jeweils von Gesellschaften oder Börsen. Der DAX wurde zum Beispiel von der Deutschen Börse im Juli 1988 ins Leben gerufen.

Als die Mutter aller Indizes kann der „Dow Jones Industrial Average“ angesehen werden, der im Mai 1896 von den Begründern des „Wall Street Journals“ und des Unternehmens Dow Jones, Charles Dow und Edward Jones, geschaffen worden ist. Waren bei der Gründung 12 ausgewählte US-Unternehmen gelistet, beinhaltet der Dow Jones heute die 30 bedeutendsten, marktführenden Unternehmen, die an der US-Börse New York Stock Exchange gehandelt werden.

Wie kommt die Zusammensetzung der Indizes zustande?

Man kann sich die Indizes einer Volkswirtschaft wie die Fußball-Bundesliga vorstellen, in der es nach jedem Spieltag auf- und abwärtsgeht. Wer in welcher Liga und auf welchem Tabellenplatz spielt, entscheiden die betreibenden Gesellschaften in Gremien mehrmals pro Jahr nach bestimmten wirtschaftlichen Kriterien.

An vier Terminen im Jahr wird es zum Beispiel für die Indizes der Deutschen Börse spannend: Es wird überprüft, wer noch „schwer und wichtig“ genug ist, um in der jeweiligen Börsenliga weiterspielen zu dürfen.
Die Rangliste der Unternehmen wird anhand des Börsenumsatzes und der Marktkapitalisierung, also dem aktuellen Börsenwert des Unternehmens, sortiert. Dieser Börsenwert wird berechnet, indem die Anzahl der Aktien mit dem aktuellen Aktienkurs multipliziert wird. Aus diesen Daten errechnet ein Computer mithilfe einer komplizierten Formel die Rangliste im Index. Am Bundesliga-Beispiel illustriert bedeutet das: Der Computer entscheidet, welches Unternehmen auf welchem Tabellenplatz spielt.

Wie wird der Wert eines Index berechnet?

„Der DAX ist mit einem niedrigen Kurs in den Handel gestartet, erholte sich aber im Laufe des Tages bis zum Börsenschluss.“ Sätze wie diese aus den Börsennachrichten zeigen, dass der Kurswert eines Index permanent in Bewegung ist. Der Grund: Während der Handelszeit wird er permanent in Echtzeit je nach Kurswert der anteiligen Unternehmen nach oben oder unten korrigiert. Wichtig dabei: Nicht alle 30 Mitglieder beeinflussen die Kurve des Leitindex im gleichen Maße, da die Anteile (100 Prozent) nach Größe der Unternehmen unterschiedlich gewichtet sind.

Einen wichtigen Unterschied gibt es zudem noch zwischen sogenannten Kurs- und Performance-Indizes. Im ersteren Fall wird der Index (zum Beispiel der Dow Jones) allein auf Basis der aktuellen Aktienwerte der beteiligten Unternehmen berechnet. Beim Performance-Index (zum Beispiel beim DAX) hingegen werden Dividenden und sonstige Zahlungen an Aktionäre auch mit in die Berechnung des Kurses einbezogen, sodass dieser eine konkretere Auskunft über den tatsächlichen Wert des Index gibt. Was genau eine Dividende ist, erfahren Sie in einem weiteren Artikel.

Wie helfen Indizes mir als Anleger?

Wie bereits beschrieben, sind Indizes ein gutes Stimmungsbarometer für den aktuellen Zustand einer gewissen Branche oder Volkswirtschaft. Sie können dementsprechend ein erster Wegweiser sein, wenn es für Sie als Kunde um die Entscheidung geht, in welche Branche Sie investieren wollen. Eine wesentlich wichtigere Rolle für Anleger spielen Indizes, wenn Börsianer Investitionen in sogenannte ETFs (Exchange-traded fund) getätigt haben. Es handelt sich hierbei um Fonds, die nicht gemanagt werden, sondern stattdessen einfach einen kompletten Index abbilden. Beim Kauf eines DAX ETFs investieren Anleger also anteilig in alle Unternehmen des DAX. Wie genau das funktioniert und welche Chancen und Risiken diese Anlagemöglichkeiten bieten, erfahren Sie in einem eigenen Artikel.

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