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Jetzt einschalten: Börsenindizes live und in Farbe.


06. September 2018 

„… und nun schalten wir live zu unserer Reporterin an der Frankfurter Börse“. „Guten Abend meine Damen und Herren! Der DAX zeigt sich im Tagesverlauf stabil“, erklärt die Reporterin, während im Hintergrund Zahlen auf großen Bildschirmen rauf- und runterrattern. Jeden Abend um fünf vor acht bewerten sie und ihre Kollegen die Börsenindizes. Erfahren Sie hier, was es mit DAX, Dow Jones, Nikkei und Co. eigentlich auf sich hat.

Unser Tagesthema: Was sind Börsenindizes?

Sie haben kryptische Namen, gehören ins feste Vokabular jedes Börsenhändlers und begegnen uns häufig in den laufenden Textbannern der Nachrichtensender: Börsenindizes. Doch was bedeutet es, wenn es in den Nachrichten heißt „Der DAX legt um 0,05 Prozent zu“?

Börsenindizes sind eine Art Stimmungsbarometer für einzelne Volkswirtschaften, bestimmte Wirtschaftsbereiche oder Branchen. Verzeichnet ein Index ein Plus, erlebt in der Regel auch die dazugehörige Volkswirtschaft, der entsprechende Wirtschaftsbereich oder die Branche, die der Index repräsentiert, einen Aufschwung.

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Der Deutsche Aktienindex – kurz DAX – bildet einen gemeinsamen Kursverlauf der 30 größten börsennotierten Aktiengesellschaften Deutschlands ab. Steigt dieser, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Deutschland ein Wirtschaftswachstum erfährt. Aber Achtung: Allein durch Börsenindizes lassen sich keine verbindlichen Aussagen über die volkswirtschaftliche Lage eines Landes treffen.

Eine wesentlich wichtigere Rolle spielen Indizes für Investitionen in sogenannte Exchange-Traded Funds. Bei ETFs handelt es sich um Fonds, die einen kompletten Index abbilden. Beim Kauf eines DAX-ETFs investieren Anleger also anteilig in alle Unternehmen des DAX.

 

Live vom Familientreffen: Welche Börsenindizes gibt es?

Die Mutter aller Indizes ist der Dow Jones Industrial Average. Dieser Börsenindex wurde 1896 von den Börsenpionieren Charles Dow und Edward Jones geschaffen. Heute listet er ähnlich wie der DAX die 30 größten börsennotierten Aktiengesellschaften – nur eben nicht für Deutschland, sondern für die USA. Solche Indizes, die die Wirtschaft einer Nation widerspiegeln, nennt man übrigens Leitindizes. Dazu gehört auch Asiens wichtigster Aktienindex Nikkei 225. Er repräsentiert die 225 größten börsennotierten Aktiengesellschaften Japans.

Einige Nationen beachten neben dem Leitindex auch dessen kleine Geschwister und bilden entsprechend auch Unternehmen geringerer Größenordnungen ab. Der MDAX in Deutschland bezieht sich beispielsweise auf die – nach den DAX-Unternehmen – 50 größten in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaften klassischer Branchen. Nesthäkchen ist der SDAX. Er ist der Index für 50 kleinere Unternehmen, die auf die Unternehmen des MDAX folgen. Als Gradmesser für die Größe dient die Marktkapitalisierung der Unternehmen. Dabei handelt es sich um die Anzahl der umlaufenden Aktien multipliziert mit dem aktuellen Börsenkurs.

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe entfernter Cousins und Cousinen, die sich auf bestimmte Branchen konzentrieren. Der TecDAX repräsentiert zum Beispiel die 30 wichtigsten in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaften der Technologie-Branche, die nicht bereits im DAX erfasst sind.“. Das amerikanische Pendant dazu ist der Nasdaq100.

Und nun zur Börsenliga: Wer darf beim Index mitspielen?

„Mit rasant steigender Marktkapitalisierung könnte es dem Top-Platzierten des MDAX dieses Jahr gelingen in die Königsliga der deutschen Börse – den DAX – aufzusteigen“, berichtet die Nachrichtensprecherin mit einem kurzen Blick auf die Kurswerte im Hintergrund.

Aber wer entscheidet eigentlich, wer in welchem Index und auf welcher Position innerhalb dessen steht? Das legen die Gesellschaften, die die Indizes betreiben, in Gremien mehrmals jährlich nach bestimmten wirtschaftlichen Kriterien fest. An vier Terminen im Jahr wird es zum Beispiel für die Indizes der Deutschen Börse – darunter der DAX – spannend. Dann wird überprüft, welche Unternehmen noch wichtig genug sind, um in der Börsenliga weiter mitspielen zu dürfen.

Hintergrundbericht: Wie wird der Wert eines Index berechnet?

Hinter der Reporterin erstreckt sich das Parkett der Frankfurter Börse, in ihrem schicken Blazer blickt sie selbstbewusst in die Kamera und verkündet: „Der DAX ist mit einem niedrigen Kurs in den Handel gestartet, erholte sich aber im Laufe des Tages bis zum Börsenschluss.“
Der Kurswert eines Börsenindex ist ständig in Bewegung. Der Grund: Während der Handelszeit, die in der Regel von 8 bis mindestens 20 Uhr liegt, werden die Indizes permanent in Echtzeit angepasst. Das heißt, je nach Kurswert der anteiligen Unternehmen werden sie nach oben oder unten korrigiert. Wird der Index nicht nur nach Kurswert, sondern auch nach Gewinnausschüttungen und sonstigen Zahlungen an die Aktionäre berechnet, handelt es sich um einen Performance-Index.

Performance-Indizes geben dadurch häufig eine konkretere Auskunft über den Wert des Index als reine Kursindizes.

Zurück ins Studio: Wie helfen Börsenindizes mir als Anleger?

Wir fassen zusammen: Indizes sind ein Stimmungsbarometer für den aktuellen Zustand einer bestimmten Branche oder Volkswirtschaft. Sie können dementsprechend ein erster Wegweiser dafür sein, in welche Branche Sie investieren wollen. Mit einem ETF investieren Sie hingegen in alle Unternehmen eines Indizes. Besonders dann lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung des entsprechenden Index.

„Und das, meine Damen und Herren, war unser Börsenüberblick. Vielen Dank und einen guten Abend“, wünscht die Moderatorin. Und wir wünschen Ihnen viel Erfolg an der Börse!


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