Chinas Wirtschaft in der Krise

Was die Entwicklung in Fernost für deutsche Firmen, Aktionäre und Sparer bedeuten kann.


2015 sank das chinesische Wirtschaftswachstum auf 6,9 Prozent - der niedrigste Stand seit 25 Jahren.

05.02.2016

Kaum ein Thema beschäftigt Wirtschaftsexperten und die Presse aktuell so stark wie China. Nach Jahren des Wachstums ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ins Stocken geraten. Die Folgen sind auch in Deutschland zu spüren, wo der Deutsche Aktienindex (DAX) im Zuge der Wirtschaftskrise in Fernost Anfang des Jahres auf unter 10.000 Punkte sank. Doch wieso kriselt es überhaupt in China und was bedeutet das für deutsche Unternehmen, Aktionäre und Sparer?

Wie kam es zur Wirtschaftskrise in China?

Die Vorgeschichte: Lange Zeit galt China als „Werkbank der Welt“. Die Chinesen produzierten günstige Produkte (z.B. Textilien und Elektroartikel) und das Ausland kaufte diese zu entsprechend niedrigen Preisen. Der Export war so erfolgreich, dass Chinas Wirtschaft sehr schnell wuchs. Doch mit dem Wirtschaftswachstum stiegen auch die Ansprüche der Chinesen – z.B. nach höheren Löhnen und Luxusgütern. Dieses neue Anspruchsdenken hat zur Folge, dass China seine Güter nicht mehr so günstig produzieren und verkaufen kann. Die Folge: Die Industrie-Produktion und das Brutto-Inlandsprodukt (BIP), an welchem Wirtschaftswachstum gemessen wird, gehen allmählich zurück. Im Jahr 2015 sank Chinas Wirtschaftswachstum daher auf 6,9 Prozent – der niedrigste Stand seit 25 Jahren.

 

Wirtschaftskrise in China: Warum brachen die Märkte ein?

Der Rückgang des Wirtschaftswachstums führte zur Verunsicherung bei vielen Marktteilnehmern (Aktionäre und Anleger). Diese gehen aufgrund des Wachstumsrückgangs davon aus, dass ihre Aktien in Zukunft weniger wert sein werden.

Die Folge: Wertpapiere werden verkauft, Aktienkurse gehen nach unten. Dieser Ausverkauf führte Anfang des Jahres sogar dazu, dass in China vorrübergehende Handelsstopps und Verkaufsverbote verhängt wurden, um die Lage zu beruhigen.

Da Deutschland derzeit der größte europäische Exporteur in Richtung China ist, war auch der DAX vom Aktienrutsch betroffen und geriet ins Wanken.

Was bedeutet die chinesische Wirtschaftskrise für deutsche Unternehmen?

Wenn es China gut geht, geht es auch deutschen Exporteuren gut – insbesondere Maschinenbauer und Autohersteller konnten bisher viel an Chinas Wirtschaftsboom mitverdienen. Ob die jetzige Krise aber tatsächlich eine Auswirkung auf deutsche Unternehmen haben wird, lässt sich noch nicht sagen. Das wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Ein wichtiger Faktor für deutsche Unternehmen ist zudem auch die europäische Wirtschaft, die die chinesische Schwäche ausgleichen könnte, da die meisten der deutschen Waren innerhalb Europas verkauft werde.

 

 

Was bedeutet die Wirtschaftskrise in China für deutsche Aktionäre?

Deutsche Anleger müssen nicht zwangsläufig nervös werden. Die Aktienmärkte unterliegen schon immer Schwankungen, weshalb Aktien auch nicht als kurzfristige Investments betrachtet werden sollten. Wer sich von lokalen Entwicklungen wie jetzt in China so unabhängig wie möglich machen möchte, für den könnten weltweite Anlagen eine Option sein. Ratgeber-Portale wie Finanztip empfehlen in diesem Zusammenhang immer wieder ETF-Fonds, die weltweite Indizes abbilden. Alternativ bieten sich auch klassische Investmentfonds mit breiter Streuung an, wie zum Beispiel Mischfonds, die nur Teile des Vermögens in Aktien anlegen. Natürlich sind aber auch diese Fonds nicht frei von Schwankungen und Risiken.  

Was bedeutet die chinesische Wirtschaftskrise für deutsche Sparer?

Deutsche Sparer mit einem Giro-, Tagesgeld- oder Festgeldkonto sind nicht direkt von der Krise in China betroffen. Ihr Geld bei in Deutschland tätigen Kreditinstituten ist nämlich in der Regel abgesichert - durch die gesetzliche Einlagensicherung und die verschiedenen gemeinsamen Einlagensicherungseinrichtungen der Kreditinstitute. Konkrete Infos zur Einlagensicherung der Volkswagen Bank GmbH finden Sie hier.


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