Dividende erhalten oder Aktien verkaufen?

Zwei Arten, auf die man mit etwas Glück an der Börse sein Geld vermehren kann.


11.04.2017

Das Jahr 2016 war ein gutes Jahr für Aktionäre, die in deutsche Wertpapiere investiert haben. Allein mit den im Deutschen Aktien-Index (DAX) gelisteten Unternehmen vermehrten die Börsianer ihr Geld laut Bundesverband Deutscher Banken durchschnittlich um zwölf Prozent durch Kursgewinne und Dividenden. Solch ein Geldgewinn wird im Fachjargon auch Rendite genannt. Aber Achtung: So verlockend der Wunsch auf hohe Geldgewinne auch ist: Mit dem Aktienhandel geht immer auch ein hohes Verlustrisiko einher. Grundsätzlich gibt es zwei direkte Möglichkeiten, Geld zu verdienen: Durch Dividendenzahlungen oder durch den Verkauf von Aktien. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind Dividenden und wann werden sie gezahlt?

Einfach gesagt ist eine Dividende eine Art Erfolgsbeteiligung für Aktionäre einer Aktiengesellschaft. Die Höhe einer solchen Zahlung ist in der Regel an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Ein erfolgreiches Geschäftsjahr bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es auch ein ertragreiches Jahr für Aktionäre sein muss. Der Grund: Unternehmen sind nicht grundsätzlich dazu verpflichtet, Dividenden auszuschütten. Ob und in welcher Höhe eine Dividende gezahlt wird, wird im Rahmen der Hauptversammlung vom Unternehmensvorstand vorgeschlagen und dann mit einer einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen entschieden. Wenn es eine Erfolgsbeteiligung gibt, wird der Betrag im Anschluss an die Hauptversammlung auf das Referenzkonto des Aktionärs überwiesen.

Gut zu wissen: Bei der Ausschüttung einer Dividende fallen keine Gebühren an. Die Bank führt sofern kein Freistellungsauftrag erteilt wurde oder dieser bereits ausgeschöpft ist, mögliche Steuern automatisch ab. Eine Orientierung, ob Sie als Aktionär auf eine potenzielle Gewinnausschüttung hoffen können, bieten Ihnen mehrere Faktoren: Informieren Sie sich, ob, und wie die Gewinnausschüttungen in den letzten Jahren gezahlt wurden. Schauen Sie sich die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens an, beziehungsweise ob das Unternehmen erfolgreich ist. Ein weiterer Indikator kann die Dividendenrendite (Dividende / Kurs x 100) der letzten Jahre sein. Bei dieser werden Dividende und Aktienkurs so ins Verhältnis gesetzt, dass eine Art „Verzinsung“ errechnet werden kann. Wichtig: Eine Garantie dafür, dass sich die Chancen-Einschätzung anhand dieser beiden Faktoren letztendlich bewahrheitet, gibt es natürlich nicht.

Bekommt jeder Aktionär eine Dividende?

Ob eine Dividende gezahlt wird, hängt von der Art der Aktie ab, die der Aktionär am Unternehmen hält. Beispielsweise gibt es bei einigen Unternehmen sogenannte Stamm- und Vorzugsaktien. Wer eher an Dividenden interessiert ist als an Stimmrechten bei der jährlichen Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens, tut gut daran, Vorzugsaktien zu kaufen. Denn Vorzugsaktieninhaber erhalten in der Regel eine höhere Dividende, haben aber dafür in der Regel kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. In seltenen Fällen kann es sogar passieren, dass nur Halter von Vorzugsaktien eine Dividende bekommen und die Stammaktieninhaber leer ausgehen. Die Stammaktienbesitzer hingegen, haben ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung der jeweiligen Aktiengesellschaft. Sie haben also die Möglichkeit, bei bestimmten Entscheidungen des Unternehmens mitzuentscheiden. Mit der Anzahl der Stammaktien, die man besitzt, steigt auch die Zahl der Stimmrechte und damit auch der Einfluss, den man auf das unternehmerische Geschehen nehmen kann. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel „Anleihen, Aktien und Fonds“.

Wie kann ich eine Aktie gewinnbringend verkaufen?

Eine weitere potenzielle Möglichkeit, sein Geld mit Aktien zu vermehren, ist der gewinnbringende Verkauf. Ein Beispiel: Nehmen wir mal an, Sie haben am 1. Mai 2014 eine Aktie für 20 Euro pro Stück gekauft. In den nächsten Jahren steigt die Nachfrage für diese Aktie und damit auch der Stückpreis. Nach drei Jahren liegt der Stückpreis bei 70 Euro. Verkaufen Sie jetzt Ihre Aktie, haben Sie einen sogenannten Kursgewinn von 50 Euro erzielt. Der Verkaufspreis – abzüglich Steuern – wird dann auf das Konto, mit dem Sie Ihre Börsengeschäfte abwickeln, überwiesen. Wie das genau geht, erfahren Sie in unserem Artikel für Einsteiger ins Börsengeschäft. Allerdings werden vorher automatisch noch Steuern und Gebühren abgezogen. Wie viel das ist, können Sie in einem weiteren Artikel zu diesem Thema nachlesen.

Fazit:

So verlockend potenzielle Rendite-Chancen oder große Kursgewinne auch sind: Sie können nie sicher sein, ob Sie von Geschäften an der Börse profitieren werden. Der Wertpapier-Handel geht immer mit einem Risiko einher. Dementsprechend gibt es natürlich auch keine vorgefertigten Anlagestrategien, mit denen Sie garantiert Ihr Geld an der Börse vermehren können.


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