Für viele Elektroauto gibt’s einen Zuschuss von Staat und Händler

Wie funktioniert die staatliche Kaufprämie für E-Autos und Plug-in-Hybride und wer kann davon profitieren?


08.09.2016

Mit einer Kaufprämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge will die Bundesregierung die Elektromobilität hierzulande fördern. Als Vorbild des „Umweltbonus“ gilt die „Abwrackprämie“, deren Erfolg die Regierung gern wiederholen möchte. Seit dem 2. Juli 2016 kann die staatliche Unterstützung beantragt werden – die Förderrichtlinie ist im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und gilt damit als offiziell. Was hinter dieser Prämie steckt, wie sie die Autofahrer beim Kauf eines Elektroautos unterstützt und was diese dann am Ende kosten, erklären wir in diesem Artikel.  

Welche Elektroautos und Hybride werden gefördert?

Die höchste Förderung, nämlich 4000 Euro, erhält derjenige, der sich für ein reines E-Auto entscheidet. Wer einen Plug-in-Hybriden, also ein Auto mit Verbrennungs- und Elektromotor kaufen will, kann eine Prämie von 3000 Euro einplanen. Die Regierung wünscht sich eine möglichst umfassende Verbreitung der Elektromobilität in allen Bevölkerungsgruppen. Um den Vorwurf einer „Luxusprämie“ zu entgehen, werden nur Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro gefördert. Wer prüfen will, ob das für einen Kauf in Betracht gezogene Modell gefördert wird, kann dies ganz leicht auf einer im Netz veröffentlichten Liste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) checken.

Welche Voraussetzungen muss ich beim Kauf eines Elektroautos erfüllen?

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die Neufahrzeuge zugelassen werden können. Auch rückwirkend kann die Prämie noch beantragt werden, wenn das Fahrzeug nach dem 18. Mai 2016 gekauft worden ist. Hierfür muss der Antragsteller eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Dafür hat er nach Eingang des Antrags beim Bafa einen Monat Zeit. Der Käufer eines Elektroautos muss allerdings per Kaufvertrag nachweisen, dass der Hersteller des Wagens seinen Anteil an der Prämie bereits gezahlt hat. Erst mit diesem Nachweis wird auf Antrag beim Bafa dann der Bundesanteil gezahlt.

Bis wann gilt die Förderung?

Bei der E-Prämie gilt dasselbe Motto wie 2009 bei der Abwrackprämie: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Obwohl die Förderung eine bis zum 30. Juni 2019 befristete Laufzeit hat, ist sie beendet, wenn die geplanten 1,2 Milliarden Euro abgerufen wurden. Schätzungen zufolge reicht der Topf für rund 350.000 E-Autos und Hybride. Die Abwrackprämie war im Oktober 2009 nach einer wahren Antragsflut nach nur wenigen Monaten Laufzeit ausgeschöpft. Beim Umweltbonus ist das nicht zu erwarten. So waren zum Stichtag 11.07.2016 beim Bafa erst 718 Anträge eingegangen.
Auf die Gesamtzahl der Neuzulassungen von E-Autos lassen sich noch keine Rückschlüsse ziehen, da die Prämie erst ab Juli 2016 gilt.

Wo findet man die Antragsformulare und bei wem stellt man den Antrag auf die Kaufprämie?

Anders als bei der Abwrackprämie für Altautos ist kein schriftliches Verfahren für die Beantragung vorgesehen. Antragsteller können alle relevanten Daten beim Bafa in ein Online-Formular eintragen.

Auch bei der Bearbeitung will die Behörde schneller sein als bei der Abwrackprämie. Vom Antrag bis zur Auszahlung sollen nicht mehr als vier bis fünf Wochen vergehen.

 

Woher kommt das Geld für die E-Prämie?

Das Förderprogramm ist insgesamt 1,2 Milliarden Euro schwer. Da die Bundesregierung der Ansicht ist, dass auch die Autoindustrie im eigenen Interesse einen Beitrag zum Durchbruch der Elektromobilität leisten soll, teilen sich Bund und Autohersteller die Kosten je zur Hälfte. Im Gegenzug gilt der Bonus aber nur für Fahrzeuge, deren Hersteller zur Mitfinanzierung bereit waren. Finanziert wird der Umweltbonus über den Energie- und Klimafonds. Dahinter verbirgt sich ein Sondertopf beim Bundesfinanzministerium, der im Rahmen der Energiewende eingerichtet worden war.

Was ist das Ziel der Bundesregierung?

Die Regierung hofft, mit der Prämie die Nachfrage nach elektrisch fahrenden Pkw kräftig zu steigern. Immerhin hatte sie selbst das anspruchsvolle Ziel verkündet, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. Davon ist Berlin noch ein großes Stück weit entfernt, obwohl weltweit zunehmend mehr Elektroautos auf den Straßen fahren. Mit 800.000 Arbeitsplätzen und 370 Milliarden Euro Jahresumsatz ist die Autoindustrie ein Schlüsselfaktor der deutschen Wirtschaft. Es ist daher neben dem Umweltgedanken auch ein Anliegen der Regierung, Zukunftstechnologien wie E-Mobilität oder autonomes Fahren zu stärken.

Welche Vorteile bietet mir der Umstieg auf Elektromobilität über die Prämie hinaus?

Rückwirkend zum 1. Januar 2016 werden die Käufer von reinen Elektroautos für zehn Jahre statt bisher für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. E-Auto-Besitzer, deren Arbeitgeber Gratis-Strom zum Laden an der Arbeitsstätte zur Verfügung stellen, müssen dies auch nicht als geldwerten Vorteil bei der Steuer anmelden. Neben der Kaufprämie haben die Regierung und die Hersteller als Teilnehmer beim „Autogipfel“ beschlossen, 2017 und 2020 insgesamt 300 Millionen Euro in den Ausbau der vielerorts noch lückenhaften Ladeinfrastruktur zu stecken. Neben 200 Millionen Euro für Schnellladesäulen sollen 100 Millionen Euro für normale E-Ladesäulen zur Verfügung stehen. Wenn alles so läuft, wie es sich die Bundesregierung vorstellt, werden in den Städten demnächst vermehrt E-Ladepunkte an Supermärkten oder Sportplätzen entstehen. Das Gesetz zur Förderung der Elektromobilität sieht auch vor, dass Gemeinden Busspuren für Elektroautos oder kostenlose Parkplätze einrichten dürfen. Diese könnten von Fahrzeugen genutzt werden, die sich durch ein am nachgestellten „E“ erkennbaren Kfz-Kennzeichen für Elektroautos ausweisen können (Beispiel: WOB-VW- 68E).


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