Fahrsicherheitstraining im Winter: Übung macht den Meister

So kommen Sie trotz Schneematsch und Glätte gut durch den Winter.


14.12.2016

Rutschige Fahrbahnen, Blitz-Eis oder Schneegestöber: Die schlechten Wetterbedingungen in den Wintermonaten werden von vielen Autofahrern immer wieder unterschätzt. Laut einer Umfrage des ADAC wurden in den vergangenen Jahren 80 Prozent der Unfälle auf Deutschlands Straßen in dieser Jahreszeit durch unvorsichtige Verkehrsteilnehmer verursacht. Wir haben darüber mit Martin, Cheftrainer und Koordinator der Volkswagen Driving Experience, gesprochen. Er ist seit sieben Jahren Fahrprofi bei Volkswagen und zeigt, wie Sie im wahrsten Sinne des Wortes „gegensteuern“ und dem Winterwetter trotzen können.

Das Offensichtlichste zuerst: Wie verhält es sich mit den Winterreifen?

Hier gibt es einen einfachen Grundsatz: von Oktober bis Ostern wird mit Winterreifen gefahren. Eine gesetzliche Pflicht, von wann bis wann Winterreifen genutzt werden müssen, gibt es nicht. Das Wetter ist ausschlaggebend, nicht die Jahreszeit. Grundlage ist hierbei ein Gesetzestext, in dem steht, dass ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte nur mit Reifen mit gewissen Eigenschaften gefahren werden darf. Diese erfüllen Winter- und Ganzjahresreifen mit der sogenannten M+S-Kennzeichnung. M+S steht dabei für „Matsch und Schnee“. Das Profil der Lauffläche und die Struktur des Reifens sind so konzipiert, dass sie unter winterlichen Bedingungen bessere Fahreigenschaften gewährleisten als Sommerreifen.

Wer einen Unfall verursacht, weil er mit der falschen Bereifung unterwegs ist, muss damit rechnen, dass die eigene Kaskoversicherung nicht für den Schaden am eigenen Auto aufkommt. Die Schäden am Fahrzeug des Unfallopfers werden in der Regel von der Kfz-Haftpflicht übernommen. Werden Sie unverschuldet in einen Unfall verwickelt und haben die falsche Bereifung aufgezogen, kann Ihnen eine Teilschuld zugesprochen werden.

Mit einer Strafe müssen Sie jedoch auch dann rechnen, wenn Sie unfallfrei unterwegs sind: Erwischt die Polizei Sie bei winterlichen Witterungsverhältnissen beim Fahren mit Sommerreifen, müssen Sie mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Weitere Informationen zur Rechtslage finden Sie auf der Seite des ADAC.

Erst kratzen, dann fahren: Was muss ich vor der Abfahrt bedenken?

Nicht nur die Reifen müssen den winterlichen Bedingungen angepasst werden. Wenn Ihr Auto zugefroren oder zugeschneit ist, müssen Sie vor der Fahrt für ausreichend Durchblick sorgen. Wenn Sie nur ein „Guckloch“ freigekratzt haben und Sie die Polizei erwischt, droht ein Bußgeld von 10 Euro. Auch die Scheinwerfer müssen frei von Schnee sein, da Sie a) sonst nicht genug sehen können und b) auch hier mit einem Bußgeld rechnen müssen. Gleiches gilt, wenn Sie Ihr Nummernschild nicht von Schnee befreit haben. Eine Übersicht über die verschiedenen Bußgeldbeträge, die bei winterlichen Bedingungen fällig werden können, finden Sie aufgelistet im Bußgeld-Katalog.

Wann muss ich Schneeketten benutzen?

Schneeketten sind meist nur in hochalpinen Gegenden notwendig. Hier gibt es entsprechend gekennzeichnete Strecken, auf denen eine Schneekettenpflicht besteht. Die Ketten anzulegen, ist allerdings nicht so einfach, wie manch einer denkt, und sollte vor dem Urlaub unbedingt geübt werden. Wie das geht und weitere Tipps und Tricks gibt es z.B. in einem Artikel bei autobild.de. Hilfreich können auch YouTube-Tutorials sein, um das Anlegen der Schneekette zu üben.  

Nummer sicher: Der Wintercheck bei der Werkstatt Ihres Vertrauens

Wer wirklich sicher sein will, ob das eigene Auto die Fahrt in den Ski-Urlaub ohne Probleme übersteht, kann über einen Wintercheck in der Werkstatt nachdenken. Grundsätzlich bietet es sich an, dies gleich in einem Abwasch mit dem Wechsel von Sommer- auf Winterreifen zu erledigen. In diesem Fall checken Profis z.B., ob die Autobatterie noch genug Leistung besitzt, damit diese bei niedrigen Temperaturen nicht zu schwächeln beginnt. Auch die Gummidichtungen der Türen sollten überprüft werden, um ein Zufrieren bei eisigen Temperaturen zu verhindern. Zu einem Check gehört außerdem der Austausch des Scheibenreinigers oder eine Beimischung eines Frostschutzes, damit dieser bei Minusgraden nicht zufriert. Winterchecks führen natürlich auch Volkswagen Vertragshändler durch. Ein weiterer praktischer Tipp, wenn Sie schon einmal in der Werkstatt vorbeischauen: Viele Betriebe bieten an, gegen einen kleinen Aufpreis die Sommerreifen zwischenzulagern – bis sie im Frühjahr wieder in Einsatz genommen werden können.

Sicher auf der Straße unterwegs: Was muss ich beachten?

Im Winter sollten Sie immer die Außentemperaturanzeige im Auge behalten. Unter 4°C kann Nässe schnell überfrieren und zu glatten Straßen führen. Besonders auf Brücken oder in Waldstücken kann es gefährlich werden. Vorausschauendes Fahren ist also grundsätzlich ratsam. Zudem lautet die Devise: Abstand halten! Der Bremsweg kann sich auf glatten Straßen durchaus mal vervierfachen – auch mit Winterreifen. Assistenzsysteme wie ABS (Antiblockiersystem) und ESC (Elektronisches Stabilitätsprogramm), die beim Bremsen mithelfen oder beim Ausbrechen des Fahrzeugs automatisch gegensteuern, können dann nur bedingt helfen. Das Vorankommen auf glatten Straßen gelingt am besten mit niedrigen Drehzahlen. Um zu verhindern, dass die Reifen durchdrehen oder Ihr Auto ins Schlingern gerät, sollten Sie immer behutsam beschleunigen und gegebenenfalls schnell in einen höheren Gang schalten.  

Aber was tun, wenn ich doch die Kontrolle über mein Fahrzeug verliere?

Die Kontrolle über das Auto können Sie auf zwei Arten verlieren: durch das sogenannte Unter- oder Übersteuern. Im ersten Fall haben die vorderen Reifen an Grip verloren und das Auto schiebt über die Vorderachse. Dies passiert oft bei Fahrzeugen mit Frontantrieb. Dann heißt es: Fuß vom Gas und die Kupplung treten. Vermeiden Sie, stark zu bremsen, da sonst starke Kräfte auf die Vorderachse wirken, die Sie ja nicht richtig unter Kontrolle haben.

Im anderen Fall – dem Übersteuern – bricht die Hinterachse Ihres Fahrzeugs aus, da diese die Haftung am Boden verliert. Sie befinden sich dann sozusagen in einem unfreiwilligen Drift. Auch hier heißt es dann: Fuß vom Gas, Kupplung treten und – anders als beim Untersteuern – schnell stark gegenlenken. Hier kann es jedoch zu dem sogenannten „Gegenpendler“ kommen – auch hier heißt es wieder, entsprechend schnell gegenlenken. So können Sie versuchen das Auto wieder in den Griff zu bekommen und aus der ungewollten Drehbewegung herauszukommen.  

In allen Fällen lautet darüber hinaus die Grundregel: Schauen Sie immer in die Richtung, in die Ihr Auto ausweichen soll und nicht auf das Hindernis, das Sie umfahren wollen. Der Blick führt das Fahren.  

Wie kann ich das Fahren bei winterlichen Verhältnissen üben?

Eines ist sicher: Der öffentliche Straßenverkehr ist zum Üben nicht geeignet. Doch wo ist gefahrenfreies Üben möglich? Volkswagen bietet z.B. mit der Volkswagen Driving Experience spezielle Winterfahrtrainings unter Anleitung fachmännischer Trainer an. Ziel dabei ist es, dass Ihre Reaktionen bei unvorhergesehenen Situationen zu Reflexen werden. Und das lässt sich nur durch „üben, üben, üben“ erreichen. Das alles findet auf speziell präparierten, abgesperrten Arealen statt, auf denen alle winterlichen Straßenbedingungen simuliert werden können. So spüren Sie am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, wenn Sie die Kontrolle über Ihr Auto verlieren – und können trainieren, es wieder sicher zu beherrschen.  

Lust bekommen, das Autofahren unter Extrembedingungen zu üben? Dann bewerben Sie sich direkt für die Teilnahme an einem Fahrtraining der Volkswagen Driving Experience!

Im Rahmen unseres Weihnachtsgewinnspiels werden jeden Adventssonntag via Facebook auf der Seite von Volkswagen Financial Services Fahrtrainings verlost. Zur Auswahl stehen die Rallye Experience, das Winter-Kombitraining und das Winter-Intensivtraining. Als Highlight gibt es am 4. Advent das Schweden Ice Adventure zu gewinnen.


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