Der Falschgeld-Guide –
So erkennt man Blüten.


12.09.2017

Allein im ersten Halbjahr 2017 wurden laut einer Pressemeldung der Deutschen Bundesbank 39.700 falsche Banknoten mit einem Wert von 2,2 Millionen Euro in Deutschland eingezogen. Mit knapp zwei Drittel wurde dabei der 50-Euro-Schein am häufigsten gefälscht. Doch nicht nur die Scheine sind betroffen, auch 18.505 gefälschte Münzen wurden in dem Zeitraum aus dem Verkehr gezogen. Hier wurde die 2 Euro Münze mit 82 Prozent am häufigsten gefälscht. Doch wie unterscheidet man eigentlich gefälschte Banknoten oder Münzen von den Originalen?  

„Das ist doch ein falscher Fuffziger!“ So nennt man jemanden, mit dem wohl etwas nicht stimmt – und damit hat man nicht ganz unrecht, denn der 50-Euro-Schein ist unter Geldfälschern sehr beliebt. Dem munteren Drucken falscher Fünfziger sollte im April 2017 die Einführung der neuen 50-Euro-Banknoten ein Ende setzen. Neue, modifizierte Sicherheitsmerkmale sollen sie schwieriger zu fälschen und damit deutlich sicherer machen. Ob das klappt, wird sich zeigen. In der Zwischenzeit sind allerdings noch viele der alten Geldscheine im Umlauf und man sollte wissen, wie man einen echten von einem falschen Schein unterscheidet. Wir haben uns daher die wichtigsten Merkmale einmal genauer angesehen.

Fühlen, Sehen, Kippen.

Kriminelle konzentrieren sich bei ihren Fälschungen in der Regel auf einzelne Sicherheitsmerkmale von Banknoten. Deshalb rät die Deutsche Bundesbank immer mehrere Merkmale bei der Überprüfung von Geldscheinen mit einzubeziehen. Die Echtheit einer Euro-Banknote lässt sich mit dem Schnelltest „FÜHLEN–SEHEN–KIPPEN“ überprüfen. Wie das funktioniert, wollen wir uns anhand eines aktuellen 50-Euro-Scheins einmal ansehen.

Geldscheine hatten wir alle schon im Geldbeutel, aber ganz bewusst in die Hand genommen haben sie nur die wenigsten. Beim Fühlen sind auf der Vorderseite Teile des Schriftzuges „BCE ECB EZB EKT EKP“ zu ertasten. Etwas hervorgehoben sind auch die kurzen diagonalen Streifen am linken und rechten Rand des Scheins, sowie das Hauptmotiv, also der aufgedruckte Wert des Scheins. Das Papier der Euro-Banknoten besteht aus reiner, stärkefreier Baumwolle. Es fühlt sich griffig und fest an. Falschgeld hat eine andere Papierqualität und fühlt sich in der Regel glatt an. Es ist meist dünner und nicht griffig.

Echtheitsmerkmale sind auch mit dem bloßen Auge zu sehen: Gegen das Licht gehalten, werden auf der Banknote der Sicherheitsfaden und ein Wasserzeichen sichtbar. Im Gegenlicht sieht man auf dem Sicherheitsstreifen das Euro-Zeichen sowie den Wert des Scheins, die sogenannte Wertzahl, in winziger, weißer Schrift. Auch das Portraitfenster, also das zweite der silbrigen Felder auf der rechten Seite des Scheins, scheint auf dem Fünfziger durch und zeigt die griechische Mythenfigur Europa.

Für den letzten Schritt sollte man den Schein vor eine Lichtquelle halten, damit die Merkmale zu erkennen sind. Beim Kippen des Geldscheins erscheint im Portraitfenster auch die von bunten Linien umgebene Zahl 50. Auf der Rückseite sieht man die kleine Wertzahl mehrfach im Fenster. Daneben sieht man auch bei den anderen Hologrammfeldern verschiedene Motive. Zu guter Letzt sollte der Blick auf die Zahl 50 in grüner Farbe gerichtet werden. Hier sieht man beim hin und her drehen des Scheins einen Lichtstreifen auf- und abwandern.

Neben diesen Merkmalen verfügt der 50-Euro-Schein über weitere Sicherheitsmerkmale, die auf den ersten Blick nicht so leicht zu identifizieren sind. So befindet sich auf der Vorderseite neben der Zahl 50 ein kleiner Stern, der einen Text in winzig kleiner Mikroschrift enthält. Mit einer Lupe lässt er sich entziffern. Auch normales UV-Licht entlarvt einen falschen Fuffziger sehr schnell, denn dann fangen kleine Partikel im Papier an zu leuchten und zeigen das Motiv sowie drei große und mehrere kleine Sterne.  

Münzen – der Biss genügt nicht

Falsche Münzen sind besonders schwer zu erkennen. Am ehesten lässt sich die Echtheit der Stücke an ihrem Rand überprüfen. Die Schrift darauf sollte klar geprägt und die Riffelung gleichmäßig sein. Fälschungen weisen häufig unvollständige oder unregelmäßige Randprägungen auf. Auch Flecken auf der Münze oder eine ungewöhnliche Färbung können Hinweise auf eine Fälschung sein. Echte 1-Euro- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch. Sie bleiben zwar am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fälschungen hingegen werden in der Regel nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.

Was mit Falschgeld zu tun ist – die wichtigsten Fragen und Antworten

Sollte man Falschgeld erhalten haben, gilt es, sich möglichst schnell bei der Polizei zu melden oder direkt zur nächsten Polizeidienststelle zu gehen. Betroffene sollten versuchen, sich an das Aussehen der Person zu erinnern, von der sie das gefälschte Geld erhalten haben. Fingerabdrücke sind wichtige Beweismittel, die mögliche Rückschlüsse auf die Identität der Fälscher geben können. Das Bundeskriminalamt rät daher, die vermeintliche Blüte in einen Briefumschlag zu stecken, um so die Beweise zu sichern.

Auf keinen Fall sollte man auf die Idee kommen, das Falschgeld wieder auszugeben. Denn damit macht man sich genauso strafbar, wie mit der Herstellung von Falschgeld. Wer Falschgeld erkennt und weitergibt, ohne dies zur Anzeige zu bringen, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Euro rechnen.

Bekommt man Falschgeld ersetzt?

Wer bei seinem tagtäglichen Zahlungsverkehr Blüten entgegennimmt, der hat leider auch den Schaden. Es gibt keinen Ersatz oder eine Entschädigung. Genau deshalb sollte man Scheine und Münzen immer genau prüfen, bevor man diese entgegennimmt.

Kann man gefälschte Banknoten auch am Bankautomaten erhalten?

Im Prinzip nicht. Denn Geldautomaten werden nur mit von der Bundesbank geprüften Banknoten oder mit Scheinen, die von bundesbank-zertifizierten Maschinen geprüft wurden, befüllt. Zu diesem Vorgehen haben sich ausnahmslos alle Kreditinstitute verpflichtet. Alle Geldautomaten verfügen über diese Technik, sowohl bei der Ein- als auch bei der Auszahlung. Trotzdem gibt es äußerst seltene Einzelfälle bei denen ein potenziell falscher Schein durchgerutscht ist, wie beispielsweise 2015 in Sachsen geschehen. Wem etwas an einer Note aus dem Automaten seltsam vorkommt, sollte daher lieber genauer hinsehen und im Zweifelsfall bei der Bank nachfragen.  


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