Führerschein: Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Wir beantworten die wichtigsten Finanzfragen für alle künftigen Fahrschüler und geben Tipps, wie man sparen kann.


05.08.2016

Ein Stück Plastik, das die Freiheit bedeutet: Der Führerschein ist für junge Erwachsene die Eintrittskarte in eine ganz neue Welt. Doch der Weg zum „Lappen“ ist nicht nur mühsam, sondern auch kostspielig. Zwischen 1.400 und 2.200 Euro müssen Fahrschüler in Deutschland circa zahlen, um endlich selbst das Steuer in der Hand zu halten. Wir haben mit Experten, wie z.B. Fahrlehrer Timo aus Braunschweig, gesprochen, um die wichtigsten Finanzfragen zum Führerschein zu beantworten.

Wie setzen sich die Kosten für den Führerschein zusammen?

Die Basis der Führerscheinkosten sind die Grundbeiträge für Theoriestunden, die Übungsfahrstunden und die zwölf Sonderfahrten, die für jeden Fahrschüler bindend sind. In diesen Stunden absolviert der Fahrschüler Überlandfahrten (Bundes- oder Landstraßen), Fahrten auf Autobahnen sowie bei Dämmerung oder Dunkelheit. Hinzu kommen einige Kosten für die Vorbereitung: Für einen Sehtest muss mit rund sechs Euro, für einen Erste-Hilfe-Kurs mit rund 30 Euro gerechnet werden. Für den Führerscheinantrag inklusive praktischer Prüfung in der Führerscheinstelle werden rund 50 Euro sowie für Passbilder rund acht Euro veranschlagt. Neben diesen Grundkosten hängt der Preis eines Führerscheins natürlich auch von der Anzahl der Fahrstunden und der Prüfungsversuche ab.  

Stadt oder Land: Wo ist der Führerschein günstiger?

Eine 2012 erhobene ADAC-Studie ergab, dass die durchschnittlichen Kosten für den Führerschein in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) mit 1.371 Euro am niedrigsten und in Freising (Bayern) mit durchschnittlich 2.219 Euro am höchsten waren. Beides sind vergleichsweise kleine Städte mit 45.000 bzw. 50.000 Einwohnern. Eine pauschale Unterscheidung zwischen Stadt und Land kann bei den Kosten also nicht gemacht werden. Entscheidender ist dagegen die Kaufkraft der Region, in der die Fahrschule liegt. Diese ist im bayrischen Freising höher als in Wittenberg. Ein weiterer Faktor ist die Konkurrenzsituation. Wenn eine Fahrschule in einer Kleinstadt quasi ein Monopol hat, muss sie keine Preiskämpfe fürchten und könnte somit höhere Preise verlangen. Tipp: Das Vergleichsportal Fahrschulvergleich.de ermittelt regelmäßig die Kosten von Fahrschulen.

Neben den Kosten darf natürlich auch die Qualität der Fahrschule nicht aus den Augen verloren werden. Was nützen mir ein paar gesparte Euro, wenn ich mich wochenlang über einen unqualifizierten Fahrlehrer oder schlechten theoretischen Unterricht ärgern muss?

Kann man Geld sparen, wenn man Pkw- und Motorrad-Führerschein gleichzeitig macht?

Einige Fahrschulen räumen dafür einen Rabatt ein, weil man die Theorieprüfung für beide Klassen zusammengefasst ablegen kann. Aber auch für die Fahrschule lohnt es sich: Mehr Einnahmen pro Kunde, bei nur etwas weniger Aufwand. Es kann sich also bei Interesse an einer Kombi-Führerscheinprüfung durchaus auszahlen, mit der Fahrschule etwas zu feilschen.  

Welche Extrakosten fallen an, wenn man die Führerscheinprüfung wiederholen muss?

Wer durch die praktische Prüfung fällt, zahlt in der Regel drauf, denn er muss zu Übungszwecken weitere Fahrstunden nehmen. Auch für die praktische Prüfung selbst durch TÜV/DEKRA fallen Gebühren für eine erneute Prüfung, derzeit rund 90 Euro, an. Deshalb ergibt es vor der Prüfung auf jeden Fall Sinn, dem Urteil des Fahrlehrers zu vertrauen. Er kann das fahrerische Können und die Chancen seines Schülers bei der Prüfung am besten einschätzen. Im Zweifel ist es besser, in zusätzliche Fahrstunden zu investieren, als unvorbereitet durchzufallen. Einige Fahrschulen berechnen die Fahrstunden nach dem Durchfallen als teurere Nachschulungsstunden. Das sollte unbedingt vor der Entscheidung für eine Fahrschule geklärt werden. Grob geschätzt fallen nach einer missglückten Prüfung in der Regel noch einmal sechs Fahrstunden an. Zusammen mit der Vorstellung zur Prüfung kann der Fahrschüler mit Mehrkosten von 300 bis 500 Euro rechnen. Genau wie bei den Preisen unterscheiden sich auch die Durchfallquoten in den verschiedenen Bundesländern deutlich.  

Kann ich bei Lernmaterialien sparen?

Es gibt heute unzählige Apps und Internetportale, die Fahrschülern beim Lernen für die Prüfung helfen sollen. Leider sind diese oft lückenhaft und enthalten nicht alle relevanten Prüfungsaufgaben. Also sollte man diese Materialien genau prüfen. Auf der sicheren Seite ist man deshalb mit den offiziellen Lehrmaterialien, die man oftmals direkt bei der Fahrschule, aber auch im Internet erwerben kann. Nur bei diesen hat der Prüfling die Gewissheit, dass er sich optimal auf die theoretische Prüfung vorbereiten kann. Für das Material fallen üblicherweise Kosten von insgesamt etwa 80 Euro an.  

Sind „Crashkurse“ teurer?

Ein Crashkurs bedeutet, sich zwei Wochen lang mit nichts anderem als dem Führerschein zu beschäftigen. Dieses Intensivtraining lassen sich Fahrschulen in der Regel kosten und rufen Extragebühren auf. Wie hoch diese sind, variiert von Fahrschule zu Fahrschule. In vielen Fällen sind die Kosten ein wenig höher als bei einem „normalen“ Führerschein, also zwischen 1.500 und 2.000 Euro, je nach Region. Übrigens: Die Bearbeitung des Führerscheinantrags durch das Verkehrsamt dauert in der Regel drei bis vier Wochen. Wer also direkt nach dem Crashkurs losfahren möchte, müsste bereits vor Kursbeginn seinen Antrag stellen.  

Muss ich die gesamten Kosten für den Führerschein auf einmal zahlen?

Das ist von Fahrschule zu Fahrschule unterschiedlich. Für Fahrschüler bleiben die Kosten transparenter, wenn jede Fahrstunde einzeln bezahlt wird. Es wird vermieden, dass die dicke Rechnung am Ende kommt. Die Fahrschule möchte in der Regel zufriedenen Kunden und hat kein Interesse daran, ihren Schülern nur aus Profitgier überflüssige Stunden aufzuschwatzen. Damit würde sie nur ihrem guten Ruf schaden, denn so etwas spricht sich schnell herum.  


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