KfW-Förderung: So hilft der Staat bei der Eigenheimfinanzierung.

Verschiedene Förderprogramme mit attraktiven Zinsen sind wichtige Bausteine im Immobilienfinanzierungsplan.


22.11.2016

Die vielleicht wichtigste Regel für den Traum vom Eigenheim: Erst informieren, dann unterschreiben. Und sie gilt natürlich nicht nur für die Wahl der Nachbarschaft, sondern auch für die Angebote der Immobilienfinanzierung. Bei der Recherche sollte man in jedem Fall auch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf dem Zettel haben. Sie bietet Kredite zu attraktiven Konditionen – und zwar nicht nur, wenn man bauen will, sondern auch, wenn das Eigenheim energieeffizient saniert werden soll. Die Kommunikation zwischen der KfW und dem Kunden läuft über die Berater der Hausbank, die über die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten informieren und mit Rat und Tat zur Seite stehen. So auch unser Kollege Thomas, der in diesem Artikel erklärt, von welchen Förderungen Sie profitieren können und was für eine Beantragung notwendig ist.

Was steckt hinter der nationalen Förderbank KfW?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist sozusagen die Bank des deutschen Staates und unterliegt rechtlich dem Bundesfinanzministerium. Als Privatkunden können Sie dort zinsgünstige Darlehen bekommen, wenn Sie a) ein „Haus bauen“, b) ein bereits fertiges Haus kaufen oder c) ihr Eigenheim "Effizient sanieren" wollen. Die Förderungsmöglichkeiten sind extrem vielseitig und komplex – und deshalb für einen Laien recht undurchsichtig. Daher ist es sinnvoll, sich bei einem Bank-Berater über Förderungsmöglichkeiten zu informieren und gemeinsam die besten Finanzierungsangebote auszuwählen.

Welche Formen der KfW-Kredite gibt es für Privatpersonen in Sachen Immobilien?

Für Privatpersonen hat die KfW drei verschiedene übergeordnete Förderungsprogramme im Angebot:

Das KfW-Wohneigentumsprogramm soll Bürgern kurz gesagt ein Eigenheim ermöglichen. Die Höchstsumme dieses Kredits im Rahmen des Wohneigentumsprogramms beträgt 50.000 Euro, wobei Sie sich für eine Zinsbindung von entweder fünf Jahren oder 10 Jahren entscheiden können. Das Darlehen kann sowohl für den Neubau als auch für den Immobilienkauf verwendet werden.

Erfüllen Sie beim Bau Ihrer Immobilie bestimmte Kriterien in Sachen Energieeffizienz, können Sie darüber hinaus auch vom Programm "Energieeffizient Bauen" profitieren. Ihr Neubau muss dafür ein sogenanntes KfW-Effizienzhaus mit niedrigem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß sein. Was genau darunter zu verstehen ist, hat die KfW in einem Merkblatt zusammengefasst. Bestätigt ein unabhängiger Sachverständiger alle Voraussetzungen, erhalten Sie einen Kredit von bis zu 100.000 Euro.  

Das Programm "Energieeffizient Sanieren" bietet Privatkunden einen Kredit von bis zu 100.000 Euro, wenn ein bestehendes Haus komplett saniert wird, oder einen Kredit von bis zu 50.000 Euro, wenn es sich um Einzelmaßnahmen (z.B. Wärmedämmung, Erneuerung der Fenster, Heizung oder Lüftungsanlage) handelt.

Die aktuellen, attraktiven Zinssätze für die verschiedenen Kredite können Sie auf der auf der Seite der KfW einsehen.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um die Kredite beziehen zu können?

Die KfW fördert mit den oben vorgestellten Programmen Privatpersonen. Die wichtigste Voraussetzung ist deshalb, dass Sie die Immobilie, in die Sie das Geld aus dem Kredit stecken, wirklich selbst bewohnen. Die KfW genehmigt Ihnen die Kredite zu diesen Konditionen nicht, wenn Sie die Immobilie als Wertanlage nutzen und sie z.B. vermieten.

Kann ich die einzelnen Kredite der KfW kombinieren?

Ja. Es steht Ihnen als Kunde vollkommen frei, wie Sie sich die Kreditsumme für den Bau, den Erwerb oder die Sanierung ihrer Immobilie zusammenstellen.  

Möchten Sie ein Haus energieeffizient bauen, können Sie zum Beispiel zusätzlich zum Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ noch den Kreditbetrag des Wohnungseigentumsprogramms beantragen. Wenn diese Summen nicht ausreichen, muss ein drittes Darlehen von einem anderen Kreditgeber – im Zweifel von einer anderen Bank – hinzugezogen werden, um die Kosten für Ihre Immobilie zu decken. Sie haben also die Möglichkeit, das Finanzierungsmodell im Baukastensystem gemeinsam mit Ihrem Bankberater zusammenzubasteln.  

Können die KfW-Kredite auch als Anschlussfinanzierung genutzt werden?

Nein. Wer die Erstfinanzierung nicht über die KfW laufen lassen hat, kann dort auch keinen Kredit für die Anschlussfinanzierung beantragen. Wer dagegen von Anfang an auch auf die KfW gesetzt hat, bekommt zum Ende der Erstfinanzierung automatisch Post mit einem Angebot für die Anschlussfinanzierung.  

Wie kann ich die KfW-Kredite beantragen?

Als Privatperson können Sie keinen Kredit selbstständig beantragen, sondern die Beantragung läuft in der Regel über eine Bank Ihrer Wahl. Sollte der KfW-Kredit lediglich ein Baustein Ihrer Immobilienfinanzierung sein, liegt es jedoch nahe, den Bankberater mit der Beantragung zu beauftragen, der auch alle weiteren Finanzierungskredite abwickelt. Theoretisch können Sie jedoch zu jeder Bank gehen und mit deren Unterstützung die Kredite beantragen. Wichtig: Das Angebot der KfW muss weder bei der Erst- noch bei der Anschlussfinanzierung per se das beste Angebot sein.

Tipp: Lassen Sie ihren Bankberater verschiedene Angebote einholen und miteinander vergleichen, um so die Finanzierung mit den für Sie besten Konditionen zusammenzustellen.


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