Leasing mit Happy End: So klappt’s auch mit der Rückgabe.

Nachzahlung fällig oder sogar Geld zurück? Darauf sollten Sie am Ende Ihres Leasing-Vertrags achten.


13.09.2016

Wenn der Leasing-Vertrag ausläuft, steigt bei vielen Nutzern eines Leasingfahrzeugs die Spannung. Denn der Augenblick der Rückgabe ist eine Situation, die für viele mit einigen Unsicherheiten verbunden ist. Jetzt stellt sich heraus, ob der Händler das Fahrzeug ohne Beanstandungen zurücknimmt, ob man eine Nachzahlung leisten muss oder vielleicht sogar Geld zurückbekommt. Besonders viele Fragen ranken sich um den Zustand des Fahrzeugs. Ist der kleine Kratzer auf der Motorhaube eine zulässige Gebrauchsspur oder ein zu beanstandender Schaden? Die wichtigsten Fragen rund um den Rückgabeprozess beantworten wir in diesem Artikel.

Wie funktioniert der Rückgabeprozess und wie bereite ich mich am besten darauf vor?

In der Regel werden Leasing-Kunden vier bis sechs Monate vor dem Auslaufen des Leasing-Vertrags vom Händler kontaktiert, damit der Rückgabeprozess pünktlich eingeleitet werden kann. Das bedeutet konkret: Kunde und Händler vereinbaren einen Termin für die Fahrzeugüberprüfung durch einen unabhängigen Gutachter, der die Untersuchung dann beim Händler vor Ort durchführt. Dabei wird ein Protokoll über den Zustand des Autos erstellt.

Besonders wichtig ist es, dass bei diesem Termin alle notwendigen Fahrzeugdokumente mitgebracht werden. Das sind alle Nachweise über Inspektionen und Hauptuntersuchungen, die während des Leasing-Zeitraums durchgeführt wurden. Auch der Leasing-Vertrag, in dem bei Vertragsabschluss die ausgehandelte Gesamtkilometerleistung festgehalten wurde, kann als Orientierungshilfe mitgebracht werden.  

Fertigen Sie für Ihre eigenen Unterlagen Kopien von Fahrzeugunterlagen (Inspektionsheft, TÜV-Plakette, Zulassungsbescheinigung, Garantiebescheinigungen) an. Zudem können Sie gerne für Ihre eigenen Unterlagen Fotos von eventuellen Schäden an dem Fahrzeug machen.

Wer begutachtet das Leasing-Fahrzeug?

Um eine objektive Bewertung über den Zustand des Fahrzeugs zu gewährleisten, sind Händler dazu verpflichtet, die Überprüfung durch einen unabhängigen Sachverständigen durchführen zu lassen. Die Ergebnisse der Überprüfung fließen in das Rückgabeprotokoll ein, das dann die Basis für die Berechnung möglicher Nachzahlungen ist.

Lesen Sie deshalb das Protokoll gründlich durch, bevor Sie Ihre Unterschrift drunter setzen. Falls Ihnen etwas unklar ist, können Sie um Bedenkzeit bitten und gegebenenfalls eine zweite Meinung einholen.  

Mein Leasingfahrzeug hat Gebrauchsspuren, wie kleine Kratzer, Steinschlag oder Flecken auf dem Sitzbezug. Muss ich dafür aufkommen?

Dass ein über mehrere Jahre genutztes Auto nicht den Zustand eines Neuwagens haben kann, ist ganz klar. Deshalb werden Gebrauchsspuren am Fahrzeug, die durch die tägliche Nutzung entstanden sind, in der Regel von der Leasinggesellschaft akzeptiert. Ebenfalls in Ordnung sind Gebrauchsspuren, die den optischen Gesamteindruck des Fahrzeuges nicht negativ beeinflussen. So werden zum Beispiel Kratzer, die durch kleine Polierarbeiten auszubessern sind oder leicht verblasste Farben der Polster im Innenraum für gewöhnlich von der Leasinggesellschaft nicht beanstandet. Alle Informationen zu diesem Thema können Sie im Schadenkatalog nachlesen, der Ihnen im Normalfall beim Abschluss des Vertrags oder spätestens bei der Fahrzeugübergabe ausgehändigt wird. Wenn nicht, fragen Sie beim Händler nach.

Für welche Schäden muss ich zahlen?

Stellt der Gutachter am Fahrzeug größere Schäden fest, die nicht als alltägliche Gebrauchspuren akzeptiert werden können, muss der Kunde mit einer Nachzahlung rechnen. Wichtig ist hierbei: Dem Kunden werden nicht die anfallenden Reparaturkosten berechnet, sondern der Betrag, um den der Wert des Fahrzeugs gemindert ist. Das hat einen ganz einfachen Grund: Wenn das Fahrzeug im Vertragszeitraum übermäßige Schäden erlitten hat, ist es weniger wert und der Händler wird bei einem Weiterverkauf weniger Geld dafür bekommen.  

Was passiert, wenn ich mehr Kilometer gefahren bin, als vertraglich vereinbart?

Beim Abschluss des Leasingvertrags wird ganz genau festgehalten, wie viele Kilometer der Kunde mit dem Fahrzeug während der Vertragslaufzeit fahren darf. Doch keine Angst: Wenn der Kunde mehr Kilometer fährt als er zu Beginn des Vertrages vermutet hat, ist das in der Regel kein Problem. Grundsätzlich  ist eine Freigrenze von 2500 Kilometern vorgesehen. Erst wenn diese Grenze überschritten wird, muss der Kunde eine Nachzahlung leisten. Deren Höhe richtet sich nach den tatsächlich mehr gefahrenen Kilometern. Man zahlt pro „Mehr“-Kilometer einen Cent-Betrag, der bereits bei Abschluss des Vertrags vereinbart und schriftlich festgehalten wird. Klingt wenig, kann sich aber rasch auf hunderte Euro summieren. Manchmal lohnt es sich, während der Vertragslaufzeit mit dem Händler zu sprechen, ob sich gegebenenfalls eine Vertragsänderung anbietet, wenn absehbar ist, dass deutlich mehr Kilometer gefahren werden als vertraglich vereinbart.  

Bekomme ich Geld zurück, wenn ich weniger gefahren bin, als gedacht?

Ja, im Rahmen der Kilometerabrechnung werden natürlich auch Minderkilometer berücksichtigt und auch hier gibt es eine Toleranzgrenze. Sind Sie mehr als 2500 Kilometer unter der vereinbarten Grenze geblieben, gibt es Geld zurück. Maximal können bis zu 10.000 Kilometer erstattet werden.


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