In welchen Urlaubsländern muss man Maut bezahlen?

Urlaub mit dem Auto: Mit welchen Kostenfaktoren Sie rechnen müssen.


01.05.2016

Die Hälfte der Deutschen fährt laut Deutschem Reiseverband mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Die Gegebenheiten, die die reisenden Autofahrer dabei vorfinden, sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Spritpreise variieren, mancherorts muss man Maut bezahlen - und auch die Preise für Knöllchen können sich unterscheiden. Wir haben mit Autoreiseexperten des ADAC gesprochen, um Kostenfragen für reisende Autofahrer zu beantworten.

In welchen europäischen Ländern ist Sprit am billigsten bzw. am teuersten?

Grundsätzlich können sich Autofahrer 2016 über günstige Spritpreise freuen – nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland. Der derzeitige europäische Durchschnittspreis liegt laut „Clever Tanken“ bei 1,16 Euro pro Liter für Super-Kraftstoff und 1,05 Euro pro Liter für Diesel-Kraftstoff (Stand: 15.03.2016).

Was aber kostet Sprit in den beliebten europäischen Urlaubsländern?

In der Regel ist der Kraftstoff in Norwegen, Belgien, Italien und Frankreich teurer als der europäische Durchschnitt. Günstiger als der Schnitt tankt man dagegen für gewöhnlich in Spanien, Kroatien, Tschechien oder Slowenien. Konkrete und aktuelle Preise finden Sie z.B. auf der Website von „Clever Tanken“ oder unterwegs mithilfe der „Volkswagen CleverMobil“-App.

Kleiner Tipp: Tanken Sie nicht unmittelbar vor oder hinter einer Grenze, da die Preise in Grenzregionen mitunter stärker an die des jeweiligen Nachbarlands angepasst und daher höher sein können.

Italien ist der Sehnsuchtsort der deutschen Urlauber, die mit dem Auto unterwegs sind – zumindest laut dieser 2014 durchgeführten Umfrage unter ADAC-Mitgliedern.

In welchen europäischen Ländern muss man Maut bezahlen?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen streckenbezogenen Mautsystemen (Bezahlung nach Straßennutzung) und Vignettensystemen (Pauschale).

Eine streckenbezogene Maut für Pkw gibt es in Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Norwegen, Polen, Portugal, Serbien, Spanien, Türkei und Weißrussland. Hier muss die Maut je nach Land beim Einfahren oder Ausfahren von Autobahnen oder Schnellstraßen oder per elektronischen Systemen bezahlt werden.

Eine Vignette ist erforderlich in Bulgarien, Österreich, Rumänien, der Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Die Aufkleber können auch im Vorfeld schon in Deutschland gekauft werden - z.B. beim ADAC oder an Tankstellen in Grenzregionen. So kann man ein wenig von der wertvollen Urlaubszeit einsparen.

Was passiert, wenn man im Ausland geblitzt wird oder ein Knöllchen bekommt?

Wer im Ausland gegen die Verkehrsregeln verstößt und dabei erwischt wird, kann dafür natürlich auch belangt werden. Die örtlichen Behörden in der EU haben nämlich die Möglichkeit, auf die Daten deutscher Fahrzeughalter zurückzugreifen. So finden sie die Adresse des Halters heraus, an die der Bußgeldbescheid geschickt wird. Strafen aus EU-Staaten – z.B. für Knöllchen oder zu schnelles Fahren – können seit 2010 auch in Deutschland vollstreckt werden, die Wegduck-Taktik ist also sinnlos. Zwar gilt eine Bagatellgrenze von 70 Euro, doch Achtung: Sie beinhaltet das Bußgeld zuzüglich der anfallenden Verwaltungskosten, sodass auch Strafen deutlich unter 70 Euro geahndet werden können. Daher der Tipp: Bußgeldbescheide immer sofort bezahlen, sofern Sie plausibel sind. Bei fehlerhaften Bußgeldbescheiden oder Missverständnissen ist es dagegen ratsam, Hilfe in Anspruch zu nehmen – z.B. von einem auf Verkehrsrecht spezialisierten Juristen.

Für welche Staaten brauche ich eine „Grüne Karte“?

Die "Internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr", auch „Grüne Karte“ genannt, macht es möglich, mit der Kfz-Haftpflichtversicherungs-Police des Herkunftslandes in verschiedene Länder fahren zu können, ohne jedes Mal an der Grenze eine dem nationalen Recht entsprechende Versicherungsdeckung kaufen zu müssen. Heute ist die Karte im Gebiet der EU als Einreisedokument überflüssig. Mann braucht sie nur noch bei Fahrten in osteuropäische Länder wie Albanien, Bosnien, Moldawien, Montenegro, Mazedonien, Weißrussland und die Türkei.  

Besser ein Ticket ziehen. Falschparken im Urlaub kann ein ordentliches Loch in die Reisekasse reißen (Quelle: ADAC).


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