50 Jahre Volkswagen-Leasing: Eine Idee bleibt jung

Der ehemalige Volkswagen-Vorstand Prof. Dr. Carl Hahn importierte das Leasing für den Konzern aus den USA nach Deutschland. Eine Erfolgsgeschichte.


08.09.2016

Volkswagen-Leasing feiert seinen 50. Geburtstag. Der erste Glückwunsch gebührt Prof. Dr. Carl Hahn, einem der Väter des Erfolgs. Der heute 90-jährige ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG (1982-1992) freut sich noch heute darüber, mit seiner „kleinen Idee“ zur rechten Zeit gekommen zu sein.

Wer Prof. Dr. Carl Hahn nach der Bilanz seines Berufslebens bei Volkswagen fragt, bekommt meist diese Antwort: „Vieles ist Fügung. Man kann nicht alles vorausplanen. Ich hatte das Glück, oft mit der richtigen Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – wie mit dem Leasing.“

So selbstverständlich Leasing heute für uns ist – zu Beginn der 1960er-Jahre war diese Investitionsform in Deutschland noch nahezu unbekannt. Heutzutage gibt es in Deutschland kaum ein Investitionsgut, das nicht geleast werden kann. Autos, Computer und Maschinen werden heute geleast statt gekauft. Doch als Anfang der 1960er-Jahre die ersten Leasinggesellschaften in Deutschland gegründet wurden, galten sie als Pioniere. Mit Carl Hahn hatte auch Volkswagen einen der Pioniere des Leasings in seinen Reihen.

Volkswagen Leasing – ein Import aus den USA

Der Sohn des DKW- und Auto-Union-Managers Carl Hahn senior arbeitete 1954 als Assistent von Heinrich Nordhoff, dem legendären Generaldirektor der Volkswagenwerk GmbH in Wolfsburg. Fünf Jahre später, Carl Hahn war gerade 33 Jahre alt, stellte ihn Nordhoff vor eine gewaltige Herausforderung:  

Prof. Dr. Carl Hahn brachte die Idee des Leasing für Volkswagen aus den USA mit nach Deutschland. (Porträt: Stuart Mentiply, Wolfsburg)

Mit den Worten „Nun können Sie uns zeigen, was eine Harke ist“ übertrug er Hahn die Leitung der damals noch sehr kleinen VW-Tochter Volkswagen of America.

Nach acht Jahren in den USA kehrte Hahn 1966 nach Deutschland zurück – und zwar mit vielen Erfahrungen und einer für Volkswagen neuen Geschäftsidee im Gepäck: dem Leasing. Nun war es an ihm, seinen „Import“ an den Mann zu bringen und sich damit zu profilieren. Mit Erfolg. „Ich war halb so jung wie viele Vorstände“, sagt Hahn heute rückblickend. „Aber die meisten ließen sich sehr schnell vom Leasing überzeugen.“

Grund dafür waren nicht zuletzt die perfekten Bedingungen in Deutschland, dank derer sich die Einführung des Leasing-Geschäfts gut umsetzen ließ. Die Wirtschaft brummte. Und Volkswagen kam die Wettbewerbsfähigkeit seiner Fahrzeuge zugute. Er läuft und läuft und läuft - das war der Käfer, den viele Kunden liebgewonnen hatten. Das Leasing profitierte von der Reputation der Fahrzeuge.

Ein unerwarteter Erfolg in Deutschland

„Als ich bei Volkswagen anfing, hatten wir genau zwei Autos – den Käfer und den Bulli. Sonst nichts“, sagt Hahn, der heute zu Recht als einer der „Macher des Wirtschaftswunders“ gilt. Die Nachfrage stieg dank der Leasing-Option für Gewerbetreibende rapide an, die Modellpalette wurde immer größer. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, weiß Hahn heute. Ohne mit dem großen Erfolg zu rechnen, hatte man lediglich „mit ein paar Mann losgelegt“, wie Hahn heute sagt, „und dabei das Tempo der Entwicklung völlig unterschätzt“. Trotz des großen Erfolgs blieb das Leasing bis 1977 ausschließlich gewerblichen Kunden vorbehalten, die das Angebot dankend annahmen. Die Vorteile für Unternehmen brachte eine Volkswagen-Anzeige aus den frühen 80er Jahren auf den Punkt.  

Leasing – ein Segen für alle Gewerbekunden

Mehr Liquidität, bessere Bilanzierungsmöglichkeiten und steuerliche Vorteile durch Leasing – das war Gewerbekunden gut zu vermitteln. „Aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums waren vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen unterkapitalisiert, obwohl sie enorme Gewinne machten“, sagt Hahn. „Sie mussten ja ihr schnelles Wachstum finanzieren. Da kamen wir mit dem Leasing gerade recht.“

Carl Hahn merkt man noch 50 Jahre später deutlich an, wie sehr er sich darüber freut, dass die Idee des Leasing von damals so eingeschlagen hat. Der promovierte Volkswirt drückt es bescheidener aus: „Man freut sich, dass aus einer so kleinen Idee etwas geworden ist, das Bestand und Bedeutung hat.“

Leasen statt Kaufen: In den 80er Jahren waren Leasing Angebote besonders für Kunden aus dem gewerblichen Bereich attraktiv.


AUCH INTERESSANT:

Golf, Tiguan und Co.: Das steckt hinter den Namen der Volkswagen-Modelle

Volkswagen gibt seinen Fahrzeugen seit Jahrzehnten sympathische Modellnamen, die Emotionen transportieren. Im bestmöglichen Fall entsteht daraus ein Markenname, der eine gesamte Fahrzeugklasse prägt. Das gelang Volkswagen mit dem Golf.

Für viele Elektroauto gibt’s einen Zuschuss von Staat und Händler

Mit einer Kaufprämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge will die Bundesregierung die Elektromobilität hierzulande anschieben. Als Vorbild des „Umweltbonus“ gilt die „Abwrackprämie“, deren Erfolg Berlin gern wiederholen möchte. Seit dem 2. Juli kann die Prämie beantragt werden.

Leasing mit Happy End: So funktioniert die Rückgabe ohne Probleme.

Kurz vor Auslaufen des Leasing-Vertrages stellen sich viele Kunden zahlreiche Fragen rund um den Rückgabeprozess – besonders über den Zustand des Fahrzeuges. Mit der richtigen Vorbereitung muss das nicht sein – und die Rückgabe hat garantiert ein Happy End.

Ihr Browser scheint veraltet zu sein!

Für eine problemlose Darstellung dieser Seite und eine Erhöhung der
Sicherheit Ihres Systems verwenden Sie bitte einen aktuellen Browser.