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Tschüss, Deutschland. Hallo, Welt! Wann lohnt sich Auswandern?


02. August 2018

Wie arbeitet man in den Wolkenkratzern von Dubai? Wie isst es sich in den Dachterrassen-Restaurants von Tokio? Wie lebt es sich in den grünen Hügeln von Neuseeland? Wie feiert man kulturelle Vielfalt in New York City? Die unterschiedlichen Facetten fremder Länder üben auf viele Menschen eine große Faszination aus. Für einige reicht es aber nicht aus, einen Ort nur im zweiwöchigen Sommerurlaub zu besuchen. Sie wollen dort leben und wandern aus.

Tatsächlich sind die Deutschen laut Tourismusanalyse 2018 der Stiftung für Zukunftsfragen nicht nur begeisterte Reisende, Deutschland ist auch ein Auswandererland. Gemäß Zählungen des Statistischen Bundesamtes ist der Wanderungssaldo von deutschen Auswanderern seit 2005 negativ. Das bedeutet: Es gibt jedes Jahr mehr Auswanderer, die Deutschland verlassen als Rückwanderer. Warum zieht es so viele Menschen aus Deutschland weg und wann ist es wirklich sinnvoll auszuwandern?

„Ich habe direkt nach meiner Doktorarbeit ein tolles Jobangebot von einer Forschungsorganisation in Chile bekommen“, sagt Emilie Peters. Die 34-Jährige sprach bereits Spanisch und sah die neue Stelle im Ausland als gute Möglichkeit, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Auch war das Angebot für ihre Karriere sehr reizvoll. Sie sollte als Projektleiterin eine mehrjährige Studie begleiten: „Das Gehalt war zwar niedriger, als es für eine vergleichbare Position in Deutschland gewesen wäre, doch ich hätte in meinem Heimatland nie gleich nach meinem Abschluss eine solch führende Rolle bekommen.“ Emilie Peters nahm das Angebot an und lebt und arbeitet nun bereits seit 2016 in Santiago. Bisher zieht sie eine durchweg positive Bilanz: Sie konnte nicht nur ihr Spanisch verbessern, sondern auch wertvolle Berufserfahrung sammeln. Nach zwei Jahren in Santiago hat ihr ein deutsches Institut einen Job angeboten, den sie ohne ihr Erfahrungen im Ausland nicht bekommen hätte.

Auch Christian Niemers hat Deutschland den Rücken gekehrt und ist vor einem Jahr in die USA ausgewandert. Der 30-Jährige arbeitet für ein deutsches Unternehmen in Boston und lebt gerade seinen großen Traum: „Die USA haben mich schon immer fasziniert. Ich bin auch schon vor meiner Auswanderung immer wieder über Haus-Sitting oder Haus-Swapping-Angebote sozusagen auf Probe hierhergereist. Da habe ich eigentlich schon gemerkt, dass ich gerne länger in den USA leben möchte. Als ich gesehen hab, dass mein Unternehmen einen neuen Firmensitz in Boston aufmachen möchte, habe ich nicht lange gezögert und mich beworben. Ich bin jung, ungebunden und glaube, dass ich durch die Erfahrung auch persönlich viel lernen kann. Wenn ich nicht jetzt einige Jahre im Ausland lebe, wann dann?

Genau so denken viele Deutsche. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes sind es überwiegend Menschen zwischen 22 und 35 Jahren, die ins Ausland auswandern. Das beliebteste Auswanderungsland der Deutschen ist die Schweiz, gefolgt von den USA und Österreich.

In der Tat scheint besonders die Lebensphase direkt nach dem Studium oder nach dem ersten Job geeignet zum Auswandern zu sein. Auch wenn sich das nicht verallgemeinern lässt, hat das Auswandern in diesem Alter einige Vorteile, wie Christian Niemers weiß: „Ich bin noch sehr jung und habe noch keine Familie oder andere Verpflichtungen. Wenn ich schon Kinder gehabt hätte, wäre das Auswandern nicht unmöglich aber komplizierter gewesen. Schließlich muss man dann nicht nur seine eigene Situation, sondern auch die der gesamten Familie bedenken.“

Die Menschen, die es ins Ausland zieht, sind nicht nur jung, sie sind überwiegend ungebunden und die meisten von ihnen haben einen Hochschulabschluss, wie eine Umfrage unter Auswanderern der Organisation Internations zeigt. Demnach sehen sie das Leben im Ausland sowohl als persönliche Bereicherung als auch als Karrieresprung. Denn auch wenn bei einigen das Einstiegsgehalt im Ausland anfangs niedriger sein kann als in Deutschland, glaubt Emilie Peters, dass Auswandern langfristig eine schlaue Investition in die eigene Zukunft ist.

„Wer im Ausland lebt und arbeitet, gilt als dynamisch, anpassungsfähig, flexibel, offen, tolerant und durchsetzungsfähig. Das sind Qualitäten, die bei Personalern gefragt sind. Auch in meinem Fall war das ein Grund, warum ich ein so gutes Stellenangebot in Deutschland bekommen habe“, erklärt die Wissenschaftlerin. 

Unternehmen haben erkannt, dass Mitarbeiter, die eine Zeit im Ausland gelebt haben, eine Bereicherung für das eigene Team sind. So kann die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen unter anderem die Kreativität fördern, wie eine gemeinsame Studie der INSEAD Business School und der Columbia University herausgefunden hat.

Dennoch bedeutet dies nicht, dass Auswandern für junge Menschen immer sinnvoll ist. Wer einen guten Arbeitsplatz in Deutschland hat, sollte nicht einfach alles über Bord schmeißen und ohne eine konkrete berufliche Perspektive auswandern. Denn wenn Sie einfach spontan Ihre Wohnung kündigen, den Rucksack packen und ein One-Way-Ticket nach New York buchen, können Sie ganz schnell statt einer tollen Erfahrung eine böse Überraschung erleben. So aufregend es auch sein mag, dass im Ausland alles anders ist – genau das kann auch zu einer großen Hürde werden. Unter Umständen kennen Sie sich beispielsweise weniger mit Regeln und Gesetzen aus und haben nicht so ein ausgeprägtes soziales Auffangnetz wie in Ihrem Heimatland.

Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen auszuwandern, sollten Sie vorab in erster Linie eins tun: sich gut informieren. Dazu gehört auch eine ausführliche Recherche über das Zielland. Darüber hinaus müssen im Vorfeld auch viele organisatorische Dinge im eigenen Land geklärt werden: Wie sieht es aus mit einer Krankenversicherung im Ausland? Welche Verträge müssen in Deutschland eventuell gekündigt werden? Sollte man sich abmelden? Eine persönliche Checkliste hilft dabei, alles im Blick zu behalten und seine Auswanderung so stressfrei wie möglich vorzubereiten.

Wir haben einmal beispielhaft eine Checkliste für Sie zusammengestellt, die Sie gerne nutzen und nach Bedarf ergänzen beziehungsweise anpassen können.

Emilie Peters fasst zusammen: „Auswandern ist nicht immer leicht, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wenn man nicht völlig unvorbereitet an die Sache herangeht, ist es nicht so stressig, wie viele denken und es lohnt sich wirklich – beruflich und persönlich. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen!“

Wenn Sie also abenteuerlustig sind und die Möglichkeit bekommen, im Ausland zu leben und zu arbeiten, sollten Sie diese Chance ergreifen. Wie Sie das Schritt für Schitt angehen können, erfahren Sie hier.

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