Baumbrand und Raketenbeschuss: So kommen Sie gut versichert durch die Feiertage.


15.12.2017

Weihnachten ohne stimmungsvolle Kerzenbeleuchtung ist für die meisten Menschen genauso wenig vorstellbar wie Silvester ohne Feuerwerk. Doch leider haben Kerzen und Böller eines gemeinsam: Sie bergen ein nicht zu unterschätzendes Unfallrisiko. Was also tun, wenn Schaden entsteht?

Die Weihnachtsfeiertage sind brandgefährlich. Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen sind an diesen Tagen im Dauereinsatz: Feuer müssen gelöscht, Verletzungen behandelt und Schäden aufgenommen werden. Die Ursachen sind mannigfaltig: Weihnachtsbäume, die leider etwas heller leuchten als geplant. Das Flambée, das zu großzügig mit Alkohol zubereitet wurde. Der Lichterketten-Overkill, der die gesamte Hauselektrik grillt. Potenzielle Gefahrenquellen gibt es zuhauf!

Und an Silvester, wenn um Punkt 00:00 Uhr das Feuerwerk anfängt zu knallen und die Raketen auf Autos und Häuser querschießen, sieht es kaum anders aus. Da kann man froh sein, wenn es beim reinen Sachschaden bleibt! Aber selbst wenn es so glimpflich ausgeht, kommt schnell das böse Erwachen. Wer zahlt für die Schäden an der Einrichtung, am Auto oder an der Immobilie?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Grundsätzlich muss der Schadensverursacher für die Reparatur oder den Ersatz aufkommen. Heißt konkret: Haben Freunde beim Abbrennen von Wunderkerzen den Teppich beschädigt, müssen sie Ersatz leisten. Wer den Schaden verursacht, ist auch verantwortlich für die Reparatur. Glücklicherweise gibt es für genau diese Fälle Versicherungen, die im Schadensfall die Kosten ganz oder zumindest teilweise übernehmen. Wir haben uns einmal angesehen, welche Versicherungspolicen ganz unabhängig von der Jahreszeit besonders wichtig sind.  

Die Privathaftpflichtversicherung

Sind Sie mit dem Auto unterwegs, müssen Sie in Deutschland eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. So sind die Kosten im Fall eines Unfalls abgesichert. Noch viel wichtiger ist eine persönliche Privathaftpflichtversicherung: Beschädigen Sie fremdes Eigentum oder verletzen Sie jemanden, müssen Sie ohne private Haftpflichtversicherung die Kosten allein tragen – und solche Schäden passieren schnell! Einmal mit der Wunderkerze zu nah an die neue Daunenjacke der Freundin gekommen, schon ist ein Loch darin. Bei Freunden übernachtet und den Wasserhahn nicht zugedreht, schon müssen Sie einen Wasserschaden alleine tragen. Ersatz oder Reparatur gehen ins Geld. Noch schlimmer wird es, wenn Sie jemanden verletzen, zum Beispiel durch fehlgeleitete Raketen zu Silvester. Je nachdem, wie schwer die Verletzungen sind, gehen die Kosten dann schnell in die Zehntausender. Eine Privathaftpflicht ist in solchen Fällen sehr hilfreich.

Die Hausratversicherung

Niemand ist davor gefeit, die eine oder andere Unachtsamkeit zu begehen und dabei die eigenen Sachen zu beschädigen. Handelt es sich dabei nur um ein kleines Loch oder einen Fleck ist das sicher ärgerlich, aber zu verschmerzen. Kommt es allerdings zum Brand, weil eine Kerze vergessen wurde, wird es schnell existenzbedrohend. Eine Hausratversicherung schützt Sie hier vor dem finanziellen Verlust. Sie springt bei Brandschäden ein und ersetzt zerstörtes Inventar. Dazu gehören neben Teppichen und Möbeln auch Elektrogeräte und Kleidung. Und nicht nur das: Auch Schäden durch das Löschwasser werden übernommen – und die sind manchmal fast größer als die des eigentlichen Brandes. Doch Vorsicht: Bei grober Fahrlässigkeit kann die Versicherung ihre Leistung kürzen. Es sei denn, Sie haben eine Police abgeschlossen, die auch das abdeckt.  

Die Gebäudeversicherung

Bei einem Brand kommt oft nicht nur die Einrichtung zu Schaden, sondern auch das Gebäude selbst. Das sind zum Beispiel geborstene Fensterscheiben, kaputter Bodenbelag oder durchnässte Wände nach dem Löschen. Für solche Beschädigungen ist die Gebäudeversicherung zuständig. Diese wird in der Regel vom Eigentümer der Immobilie abgeschlossen und bei Vermietung auf die Mieter in den Nebenkosten umgelegt. Beschädigt also eine verirrte Rakete das Dach oder löst einen Brand aus, kann sich der Hauseigentümer an seine Gebäudeversicherung halten.

Teil- und Vollkasko-Versicherung

Viel häufiger als gravierende Schäden an Gebäuden sind Silvesterschäden an geparkten Autos. Da reicht schon, wenn ein Böller zu nah am Fahrzeug explodiert und Kratzer am Lack verursacht. Raketen brennen Löcher in den Lack, wenn sie glühend auf dem Autodach landen. Und nicht nur der Lack ist bei Feuerwerk in Gefahr, sondern auch die Fensterscheiben. Denn auch wenn sie durch Raketenbeschuss nicht kaputt gehen, besteht das Risiko einer Beschädigung, wie bei einem Steinschlag. Reguliert werden solche Schäden von der Kaskoversicherung – eine eventuell vereinbarte Selbstbeteiligung muss man selbst tragen. Das gilt allerdings nur für Glas- und Brandschäden. Bei reinem Vandalismus, wie abgetretenen Rückspiegeln oder Beulen in der Karosserie, hilft nur eine Vollkaskoversicherung. Wer diese nicht hat, kann es noch beim Entschädigungsfonds der Verkehrsopferhilfe versuchen. Welche Regeln und Voraussetzungen dafür nötig sind, lesen Sie auf der Homepage der Verkehrsopferhilfe.

Wer es gar nicht erst zu einem Versicherungsfall kommen lassen will, kann aber auch im Voraus einige Maßnahmen treffen, um diese zu vermeiden. Die besten Tipps haben wir hier in einer kleinen Übersicht zusammengestellt:

  • Parken Sie Ihr Auto nicht in Straßen, in denen bekanntermaßen viel Feuerwerk abgebrannt wird. Steht eine Garage zur Verfügung, sollten Sie diese nutzen. Bei einem neuen oder teuren Auto kann auch ein bezahltes Parkhaus eine sinnvolle Option sein.
  • Fahren Sie Ihr Auto vor Silvester in die Waschanlage. So starten Sie nicht nur mit einem glänzenden Fahrzeug ins neue Jahr, sondern verhindern durch das aufgetragene Wachs auch kleine Brandschäden am Lack.
  • Leeren Sie Ihren Briefkasten, denn der Inhalt ist nicht versichert. Gibt es bekanntermaßen Scherzkekse in der Gegend, die gerne Böller in Briefkästen werfen, kleben Sie ihn am besten von innen mit Panzertape zu. So erschweren Sie den Vandalen ihr Handwerk.
  • Haben Sie Rollos oder Fensterläden? Schließen Sie diese, das bringt zusätzlichen Schutz für die Fensterscheiben.
  • Räumen Sie Garten- und Terrasse frei von brennbaren Materialien wie Plastik oder Kunststoff.

Es ist also wie immer: Vorsicht ist besser als Nachsicht und wer die richtigen Maßnahmen getroffen und die wichtigsten Versicherungen abgeschlossen hat, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite.  


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