Börsenplätze: Hier findet der Handel mit Aktien wirklich statt.

Wir nehmen Sie mit zu Orten, an denen Wertpapiere gekauft und verkauft werden - online und offline.


12.04.2017

Wer Geschäfte an der Börse machen möchte, muss in der Regel zwei Fragen für sich beantworten: 1. Welches Wertpapier kaufe ich? 2. Wo kaufe ich es? Die Auswahl ist riesig – und in Zeiten der Digitalisierung, in denen der Börsianer seine Aktiengeschäfte komplett selbstständig abwickeln kann, hat man in beiden Fällen die Qual der Wahl. In diesem Artikel legen wir den Fokus auf die Orte, an denen der Handel getätigt wird, und zwar on- und offline: Den Wertpapierbörsen. Rede und Antwort steht uns dabei unser Experte Alexander, Investmentfondsberater bei der Volkswagen Bank, der uns erklärt, wie sich die Handelsplätze voneinander unterscheiden und nach welchen Kriterien Sie den richtigen Handelsplatz für sich ausmachen können.

Wo wird heutzutage mit Wertpapieren gehandelt?

Eine Bullenstatue inmitten von Wolkenkratzern, Börsenmakler in schicken Anzügen, unzählige Bildschirme, auf denen Kursverläufe zu sehen sind: Wer an Wertpapierhandel in Deutschland denkt, hat in der Regel Bilder der Frankfurter Börse im Kopf. Doch die Wertpapierbörse in „Mainhattan“ ist nicht die einzige in Deutschland. Sowohl hierzulande als auch im Ausland gibt es zahlreiche Standorte, an denen Aktien, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere gehandelt werden – und zwar analog und digital. Mussten im 16. Jahrhundert – in Deutschland gab es damals bereits die ersten Börsen in Augsburg und Nürnberg – die Aktionäre noch selbst die Handelsplätze aufsuchen, konnten sie seit der Erfindung der Telefone immerhin die Börsenhändler aus der Ferne beauftragen, Aktien an den Börsenplätzen für sie zu kaufen oder zu verkaufen.

Zwar sind auch heute noch die Broker für ihre Kunden auf dem Börsenparkett unterwegs, jedoch findet inzwischen ein Großteil des Aktienhandels im Internet statt: Wer sich für den digitalen Wertpapierhandel entscheidet, kann seine Geschäfte von überall aus abwickeln – sogar ganz bequem über das Smartphone auf der Parkbank oder mit dem Laptop im Bett. Dabei kann man aus einem breiten Spektrum zahlreicher Handelsplätze wählen. Auch zeitlich ist man dabei nicht beschränkt. Selbst wenn Ihr ausgewählter Handelsplatz beispielsweise abends um 21 Uhr geschlossen ist, wird Ihre Order, also Ihre Kaufanfrage oder ihr Verkaufsangebot, gespeichert und automatisch durchgeführt, sobald der Börsenplatz wieder geöffnet ist.

Ein Blick zurück: Die deutsche Börse wird digital

Bereits seit 1990 zog das Börsengeschäft in Deutschland in Teilen ins Internet um. Börsenhändler waren seitdem in der Lage mithilfe der Deutschen Terminbörse von Computern aus die Käufe und Verkäufe ihrer Kunden auszuführen. Spätestens im November 1997 wandelt sich der deutsche Börsenhandel dann endgültig zum Online-Geschäft: Die Deutsche Börse AG führte das vollelektronische Handelssystem XETRA (Exchange Electronic Trading) in Frankfurt am Main ein. XETRA ist – vereinfacht gesagt – ein Super-Computer, der in einer Sekunde bis zu vier Orders ausführen kann. Selbst der schnellste Börsenhändler könnte diese Geschwindigkeit nicht leisten. Obsolet wurden diese im Zuge der Digitalisierung jedoch nicht: XETRA machte aus den klassischen Börsenhändlern Aufsichtsexperten, die seitdem besonders darüber wachen, ob XETRA ordnungsgemäß arbeitet und die Kurse richtig berechnet werden. Darüber hinaus wickeln sie auch immer noch Orders ab, die von Anlegern über das Telefon beauftragt werden. Trotz zahlreicher Konkurrenten verzeichnet XETRA inzwischen den größten Börsen-Umsatz aller deutschen Börsen. Im Monat Februar 2017 waren das nach Angaben der Frankfurter Börse insgesamt 97,8 Milliarden Euro. Stets aktuelle Zahlen finden Sie auf der Website der XETRA.

Aus welchen Handelsplätzen kann ich als Börsianer wählen?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen elektronischen und Präsenzbörsen. Allein in Deutschland gibt es in acht verschiedenen Städten diese klassischen Börsen, wo weiterhin Menschen mithilfe von Computersystemen Transaktionen „von Hand“ ausführen. Ein Beispiel für solch eine Präsenzbörse ist die Wertpapierbörse Frankfurt. Beauftragen Sie als Anleger elektronische Börsenplätze für Ihre Käufe und Verkäufe, muss kein Börsenhändler mehr tätig werden – alles geschieht automatisch. Beispiele von solchen elektronischen Börsenplätzen sind neben Xetra unter anderem EUREX und Nasdaq, die größte elektronische Börse der USA.

Jeder Handelsplatz steht im Wettbewerb mit den anderen Anbietern und möchte attraktiv für Anleger sein. Manche Börsen haben sich darum auf den Handel mit bestimmten Börsenprodukten spezialisiert. Die Börse Düsseldorf fokussiert sich beispielsweise auf Fonds. Dort können Anleger zum Beispiel den Ausgabeaufschlag beim Erwerb von Fondsanteilen einsparen. Die Berliner Börse ist hingegen auf den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren spezialisiert. Die Unterschiede zwischen den gängigsten Wertpapierarten erklären wir in diesem Artikel.

Was sollten Privatanleger bei der Wahl des Börsenplatzes beachten?

Egal ob on- oder offline: Grundsätzlich schlägt Ihnen die Bank nach eigenen Kriterien ausgewählt den für Sie besten Börsenplatz für Ihre Order vor. Dennoch haben Anleger die Möglichkeit sich bei jeder Order für einen anderen Börsenplatz zu entscheiden. Ein Beispiel: Sie möchten zehn Aktien eines Unternehmens kaufen. Im Vorfeld können Sie sich nun überlegen, an welchem Handelsplatz Sie das tun möchten. So könnte der Stückpreis für eine Aktie bei XETRA 100 Euro, an der Börse München 102 Euro und an der New York Stock Exchange 101,5 Euro betragen.

Doch bedeutet der günstigste Preis für ein Wertpapier auch die günstigste Order? Nicht zwangsläufig. Wichtig zu bedenken sind die anfallenden Transaktionsgebühren: Neben der Ordergebühr, die Ihre Bank festlegt, wird zusätzlich auch eine Gebühr für den Börsenplatz fällig. Diese kann je nach Handelsplatz variieren. Welche Kosten ein Handelsplatz verlangt, können Sie auf der Webseite der jeweiligen Börse nachlesen.

Weitere Infos zum Thema Gebühren und Steuern beim Wertpapierhandel finden Sie in einem eigenen Artikel. Gerade für Börsenneulinge gilt: Wer sich bei der Auswahl des Handelsplatzes unsicher ist, sollte Rücksprache mit seinem Bankberater halten. Dieser kann Sie dann bei der Auswahl der Produkte unterstützen.


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